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Nach Unruhen: China will über 1000 Tibetern den Prozess machen

zuletzt aktualisiert: 03.04.2008 - 14:22

Peking (RPO). Die chinesische Regierung bemüht sich darum, das Kapitel der gewaltsamen Proteste in Tibet bis zu den Olympischen Spielen im Sommer abgeschlossen zu haben. Ein ranghohes Mitglied der kommunistischen Partei erklärte, mehr als 1000 Tibeter seien festgenommen worden oder hätten sich gestellt. Ihnen soll noch im April der Prozess gemacht werden.

800 Menschen wurden bei den Protesten in Lhasa festgenommen, wie Wang Xiangming der Zeitung "Tibet Commerce" sagte. Weitere 280 hätten sich gestellt. Mit einem raschen Beginn der Verfahren will die Pekinger Regierung das Thema offenbar zügig vor den Olympischen Sommerspielen zum Abschluss bringen.

Darauf deutet auch die baldige Öffnung Tibets für ausländische Touristen hin. Reiseveranstalter, Hotels, Restaurants und Souvenirläden haben über massive Umsatzeinbußen durch die Abriegelung Tibets geklagt. Rund 140.000 der insgesamt drei Millionen Einwohner Tibets arbeiten nach offiziellen Angaben direkt oder indirekt in der Tourismusindustrie. Im vergangenen Jahr wurden in der Hauptstadt Lhasa 2,7 Millionen Besucher aus China und dem Ausland gezählt.

Zugleich ordnete die Regierung in Peking an, die Propaganda gegen den Dalai Lama, das im Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter, zu verschärfen. Außerdem sollten lokale Funktionäre der Kommunistischen Partei bestraft werden, die während der jüngsten Unruhen die politische Linie Pekings nicht entschlossen verfochten hätten, wie die Zeitung "Tibet Daily" am Donnerstag den tibetischen Parteichef Zhang Qingli zitierte.

Indirekt räumte die KP aber mit dieser Maßnahme ein, dass es ihr trotz jahrelanger Indoktrination nicht gelungen ist, die Unterstützung der Tibeter für den Dalai Lama zu schwächen. Peking macht die "Dalai-Clique" für die schweren antichinesischen Unruhen im vergangenen Monat verantwortlich.

Quelle: ap

 
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