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Unruhen in Uiguren-Region: Chinas Präsident Hu sagt G-8-Gipfel ab

zuletzt aktualisiert: 08.07.2009 - 09:05

Rom (RPO). Der chinesische Präsident Hu Jintao wird nicht am heute beginnenden G-8-Gipfel im italienischen L'Aquila teilnehmen. Hu hat das Treffen wegen der Uhruhen in der Uiguren-Region Xinjiang abgesagt und ist nach China zurückgekehrt, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA am Mittwoch berichtete. Nach offiziellen Angaben kamen bei den Unruhen in Xinjiang am Wochenende 156 Menschen ums Leben, seitdem ist die Lage äußerst angespannt.

Hu Jintao ist wegen der Unruhen in der Uiguren-Region Xinjiang nach China zurückgekehrt.  Foto: AFP, AFP
Hu Jintao ist wegen der Unruhen in der Uiguren-Region Xinjiang nach China zurückgekehrt. Foto: AFP, AFP

"Aufgrund der Verschlimmerung der Unruhen hat sich Präsident Hu Jintao entschieden, seine Rückkehr nach China vorzuziehen und nicht am G8-Gipfel teilzunehmen", sagte der leitende politische Berater der chinesischen Botschaft in Rom, Tang Heng, zu ANSA.

Hu, der sich in Pisa in der Toskana aufhalte, werde unverzüglich nach Peking zurückreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte nach Angaben aus Regierungskreisen in Berlin am Rande des G-8-Gipfels mit Hu über die Unruhen sprechen.

Das diesjährige Gipfeltreffen der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G-8) beginnt am Mittwoch (13 Uhr) in mittelitalienischen Stadt L'Aquila. China, das nicht der G-8-Gruppe angehört, soll am Donnerstag zu den Beratungen dazustoßen.

Wie ANSA aus Diplomatenkreisen erfuhr, wird die chinesische Delegation ungeachtet Hus Abreise am Gipfel teilnehmen. Hu war am Sonntag in Italien eingetroffen und kam unter anderem mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi zusammen. Dabei unterzeichneten beide Seiten Wirtschaftsverträge im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro.

Xinjiang wurde am Dienstag von neuen Krawallen erschüttert: Mit Knüppeln, Schaufeln und Messern bewaffnete Han-Chinesen zogen durch die Regionalhauptstadt Urumqi, um sich für die Übergriffe muslimischer Uiguren am Sonntag zu rächen.

Hunderte Polizisten riegelten den zentralen Platz in Urumqi ab und setzten Tränengas gegen die Demonstranten ein. Ob es bei den neuen Protesten Tote oder Verletzte gab, war zunächst unklar.

Am Mittwoch verschärften die chinesischen Behörden Sicherheitsaufgebot in Xinjiang massiv. Tausende Soldaten und Polizisten marschierten in der Provinzhauptstadt Urumqi auf, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die mit automatischen Schusswaffen ausgerüsteten Sicherheitskräfte riegelten die von Uiguren bewohnten Viertel ab. Über der Stadt kreisten Hubschrauber der Armee.

Die Behörden kündigten "schärfste Maßnahmen" an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua wurde für die Nacht eine Ausgangssperre in Urumqi verhängt, vielerorts wurden Internetverbindungen gekappt.

Bislang nahm die Polizei laut Xinhua mehr als 1400 Menschen fest. Peking wirft im Exil lebenden Uiguren vor, hinter den Ausschreitungen zu stecken. Die Uiguren machen dagegen die chinesische Seite für die Gewalt verantwortlich. Ausgelöst worden waren die Proteste vom Tod zweier uigurischer Fabrikarbeiter Ende Juni im Süden Chinas.

Quelle: AFP

 
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