Libanonen: Christen und Muslime mit gemeinsamer Erklärung gegen Hisbollah
zuletzt aktualisiert: 01.08.2006 - 20:04Beirut (rpo). Führer von Christen und Muslimen im Libanon haben in einer gemeinsamen Erklärung sofortigen Waffenstillstand und die Selbstbestimmung ihres Landes gefordert. Damit kritisierten sie indirekt die Hisbollah.
Das Gewaltmonopol des Staates müsse gewahrt bleiben, hieß es in einer Erklärung der Religionsführer, die nach ihrem Treffen am Dienstag am Sitz des maronitischen Patriarchen nördlich von Beirut veröffentlicht wurde. Damit wandten sich die christlichen und muslimischen Religionsführer im Libanon erstmals seit zehn Jahren gemeinsam an die Öffentlichkeit.
Sie appellierten, der libanesische Staat müsse "seine vollständige Souveränität über das gesamte Staatsgebiet zurückerhalten". Dies wird als Kritik an der Hisbollah gewertet, die außerhalb staatlicher Kontrolle im Südlibanon aktiv ist. Zugleich kritisieren die Religionsführer Israel. Dessen Armee sei für Kriegsverbrechen verantwortlich. An dem Treffen nahmen der maronitische Kardinal Nasrallah Sfeir, der sunnitische Mufti Mohammed Kabbani und der Vorsitzende des obersten schiitischen Rates, Abdel Amir Kabalan, teil.
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