Nordkorea hat erstmals offiziell den Besitz von Atomwaffen eingeräumt. Das Außenministerium in Pjöngjang erklärte am Mittwoch, Nordkorea habe "Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt". Die Weltöffentlichkeit reagiert besorgt. Nachfolgend eine Chronik der wichtigsten Ereignisse im Streit um das Atomprogramm des Landes:
1985 - Nordkorea unterzeichnet den Atomwaffensperrvertrag.
21. Oktober 1994 - Die USA und Nordkorea unterzeichnen in Genf ein Nuklearabkommen: Pjöngjang stellt sein laufendes Atomprogramm ein, Washington sagt im Gegenzug den Bau von Leichtwasserreaktoren und Öllieferungen zu.
31. August 1998 - Eine mehrstufige nordkoreanische Rakete fliegt über Japan hinweg und landet im Pazifik. Nordkorea dementiert, einen Raketentest durchgeführt zu haben.
September 1999 - Die Regierung in Pjöngjang erklärt sich bereit, auf den Test von Langstreckenraketen zu verzichten.
29. Januar 2002 - US-Präsident George W. Bush wirft in seiner ersten Rede an die Nation Nordkorea, Irak und Iran in der bisher schärfsten Form vor, sich als eine "Achse des Bösen" um den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu bemühen.
16. Oktober - Die USA informieren die Öffentlichkeit über das nordkoreanische Eingeständnis, ein geheimes Atomprogramm zu haben.
11. November - Die USA, die EU, Japan und Südkorea verständigen sich darauf, wegen des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms von Dezember an kein Öl mehr in das kommunistisch regierte Land zu liefern.
12. Dezember - Die Regierung in Pjöngjang kündigt an, ihr 1994 eingestelltes Plutonium-Projekt umgehend reaktivieren zu wollen.
13. Dezember - Nordkorea fordert die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf, ihre Überwachungskameras aus den Atomanlagen zu entfernen.
27. Dezember - Nordkorea weist die IAEA-Inspektoren aus. Sie verlassen das Land am 31. Dezember.
10. Januar 2003 - Nordkorea kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
5. Februar 2003 - In der größten nordkoreanischen Atomanlage in Yongbyon nahe Pjöngjang wird ein Reaktor wieder in Betrieb genommen.
2. März 2003 - Erstmals seit 1969 fangen nordkoreanische Jagdflugzeuge ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug ab.
12. Mai 2003 - Nordkorea erklärt eine 1992 geschlossene Übereinkunft mit Südkorea über eine atomwaffenfreie Zone für nichtig.
18. Juni 2003 - Zum ersten Mal räumt Pjöngjang öffentlich die Existenz seines Atomwaffenprogramms ein.
27.-29. August 2003 - Die erste Runde der multilateralen Gespräche in Peking gehen ohne Ergebnis zu Ende.
3. September 2003 - Das nordkoreanische Parlament billigt die Entscheidung der Regierung zum Ausbau einer "Streitkraft für nukleare Abschreckung".
2. Oktober 2003 - Nach eigenen Angaben hat Nordkorea rund 8.000 abgebrannte Brennstäbe wieder aufgearbeitet und setzt das daraus gewonnene Plutonium ein, um Atombomben zu bauen.
19. Oktober 2003 - Bush stellt Sicherheitsgarantien im Gegenzug für eine Einstellung des Atomprogramms des kommunistischen Landes in Aussicht. Einen Nichtangriffspakt lehnen die USA weiter ab. Nordkorea weist das Angebot als lächerlich zurück.
25.- 28. Februar 2004 - Auch die zweite Runde der Sechsnationengespräche über das nordkoreanische Atomprogramm bringt keinen Durchbruch.
23.- 26. Juni 2004 - Die nächste Nordkorea-Atomgesprächerunde scheitert.
14. September 2004 - Nordkorea lehnt ein weiteres multinationales Treffen vor den US-Wahlen ab.
14. Januar 2005 - Mit ungewöhnlich versöhnlichen Worten erklärt sich Nordkorea zur Wiederaufnahme der festgefahrenen Verhandlungen über sein Atomprogramm bereit.
9. Februar 2005 - Nordkorea besitzt nach eigenen Angaben Atomwaffen.
19. September 2005 - Nordkorea erklärt sich unter Bedingungen zu Einstellung seines Atomwaffenprogramms bereit
5. Juli 2006 - Nordkorea feuert sieben Raketen ab, die in das Japanische Meer stürzen.
9. Oktober - Nordkorea erklärt, zum ersten Mal einen Atomtest durchgeführt zu haben.
14. Oktober - UN-Sicherheitsrat verhängt Sanktionen
16. - 18. Januar - Treffen amerikanischer und nordkoreanischer Delegierter in Berlin