Die Geschichte Afghanistans ist geprägt von Kriegen, Besatzungen und Erhebungen. Im Folgenden eine Chronik der Schlüsseldaten.
1747: Ahmad Schah Durrani gründet ein Königreich, aus dem der Staat Afghanistan hervorgehen wird.
1838: Die Briten marschieren in Afghanistan ein. Der vierjährige Krieg endet mit einer verheerenden Niederlage der Briten.
1878-79: Zweiter Britisch-Afghanischer Krieg. Der Vertrag von Gandomak besiegelt die Fremdherrschaft. Die Afghanen bestimmen die Innen-, die Briten die Außenpolitik.
1893: Grenzziehung zwischen Afghanistan und dem damals britischen Indien, die das Volk der Paschtunen spaltet. Eine Hälfte lebt fortan auf einem Teilgebiet von Britisch-Indien, dem späteren Pakistan.
1961: Pakistan schließt die Grenze, um zu verhindern, dass sich Paschtunen in Pakistan und Afghanistan verbünden.
1964: Neue demokratische Verfassung tritt in Kraft.
1973: Mohammed Daoud Khan ruft nach einem weitgehend unblutigen Putsch die Republik aus.
1979: Einmarsch der Sowjettruppen.
1980: Die USA, Pakistan, China, Ägypten, der Iran und Saudi-Arabien unterstützen den Widerstand der Mudschaheddin gegen die Besatzer mit Geld und Waffen.
1986: Die USA rüsten die Mudschaheddin mit Luftabwehrraketen aus.
1989: Die Sowjetunion zieht sich nach zehn Jahren aus Afghanistan zurück. Das Land versinkt im Bürgerkrieg.
1993: Entstehung der Taliban-Miliz. Die islamischen Fundamentalisten erobern ein Jahr später Kandahar, die zweitgrößte Stadt des Landes.
1996: Die Taliban erobern Kabul und setzten strenge islamische Sitten durch, bei Zuwiderhandlungen gelten drakonische Strafen.
1998: Die USA feuern als Vergeltung für Terroranschläge auf zwei US-Botschaften in Kenia und Tansania Raketen auf Trainingslager Osama bin Ladens in Afghanistan.
1999: Der UN-Sicherheitsrat verhängt Wirtschaftssanktionen gegen die Taliban, weil sie bin Laden nicht ausliefern.
9. September 2001: Ahmad Schah Massud, Anführer der Nordallianz, wird von zwei Selbstmordattentätern getötet.
11. September 2001: Al-Kaida-Anschläge auf das World Trade Center in New York.
7. Oktober 2001: Bombenangriffe der USA und Großbritanniens gegen Al-Kaida-Ausbildungslager.
November 2001: Sturz der Taliban
20. Dezember 2001: Der UN-Sicherheitsrat erteilt das Mandat zum Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) in Kabul und Umgebung.
22. Dezember 2001: Interimsregierung unter dem Paschtunen Hamid Karsai tritt ihr Amt an.
7. Dezember 2004: Karsai wird als direkt gewählter Staatspräsident vereidigt.
20. August 2009: Präsidentschaftswahl. Karsai erhält nach vorläufigem Ergebnis die absolute Mehrheit. Laut EU wurde ein Großteil der Stimmen gefälscht.