Bericht des Geheimdiensts: CIA: Wirtschaftskrise gefährlicher als Al Qaida
zuletzt aktualisiert: 13.02.2009 - 07:33Washington (RPO). Führende Geheimdienste der USA halten die Auswirkungen der Wirtschaftskrise für die größte Gefährdung der Sicherheit ihres Landes. Die Rezession habe das Potential, die politische Ordnung in zahlreichen Staaten zu gefährden. Die Bedrohung durch Al Qaida nehme indes ab.
Sollte die Krise noch "ein bis zwei Jahre" anhalten, wäre in einigen Ländern die politische Ordnung gefährdet, heißt es in dem am Donnerstag vom neuen US-Geheimdienstkoordinator Dennis Blair vorgelegten Jahresbericht an den Kongress in Washington. Diese Gefahr der Instabilität bestehe vor allem in Ländern der früheren Sowjetunion, Afrikas und Lateinamerikas, die nicht ausreichend für die Bewältigung der Krise gerüstet seien.
Die Gefährdung durch das Terrornetzwerk Al Qaida nehme hingegen ab, urteilte Blair in dem Bericht. "El Kaida ist heute weniger fähig und weniger effektiv als noch vor einem Jahr", heißt es darin. Den Grund dafür sieht Blair in dem "anhaltenden Druck", den die USA und ihre Verbündeten auf "den Kern der El-Kaida-Führung in Pakistan" ausübten sowie im "Niedergang von El Kaidas prominentester Regionalgruppe im Irak". Das Netzwerk plane aber weiter Terroranschläge auf Ziele im Westen, besonders in Europa, warnte Blair.
Besorgt zeigte sich Blair über das Atomprogramm des Iran. Es könne allerdings nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Iran tatsächlich den Bau von Nuklearwaffen anstrebe, heißt es in dem Bericht. "Wir gehen aber davon aus, dass sich der Iran zumindest die Option offenhalten will, dies zu tun."
Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes durch Nordkorea sieht der Geheimdienstkoordinator eher als gering an. Nordkorea würde wahrscheinlich nur dann auf sein Nukleararsenal zurückgreifen, "wenn sich das Regime am Rande einer militärischen Niederlage wähnt und einen unumkehrbaren Verlust an Kontrolle fürchtet", heißt es in dem Dokument. "Pjöngjang betrachtet seine Atomwaffen wahrscheinlich aber eher als Mittel zur Abschreckung, für internationales Prestige und als Druckmittel für die Diplomatie."
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