San Suu Kyi: Clinton fordert Freilassung der Nobelpreisträgerin
zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 - 10:08Rangun (RPO). Deutschland, die USA und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderten von der Militärjunta die sofortige Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Die birmanische Militärjunta hat die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin festnehmen lassen. Die 63-Jährige wurde ins berüchtigte Insein-Gefängnis bei Rangun gebracht.
US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich "tief besorgt" über die Inhaftierung. Einer ihrer Sprecher erklärte in Washington, Suu Kyi müsse "sofort freigelassen" werden. Der EU-Sonderbeauftragte für Birma, Piero Fassino, erklärte, dafür müsse "mit allen Mitteln Druck ausgeübt werden".
Die 63-Jährige wird nun beschuldigt, Bestimmungen ihres Hausarrests verletzt zu haben, weil sie in der vergangenen Woche unter mysteriösen Umständen von einem US-Bürger besucht wurde. Das Militärregime hat Anklage erhoben. Suu Kyi wurde nach Angaben ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) von Polizisten ins Gefängnis gebracht.
Der seit sechs Jahren andauernde Hausarrest der Nobelpreisträgerin wäre am 27. Mai zu Ende gewesen, jetzt muss San Suu Kyi mit einer Haftstrafe bis zu fünf Jahren rechnen. Der Prozess soll am Montag beginnen, wie ihr Anwalt Hla Myo Myint am Donnerstag in Rangun mitteilte. Menschenrechtler fürchten, die Junta wolle mit dem Gerichtsverfahren ungeachtet internationaler Proteste eine Verlängerung von Suu Kyis Haft erreichen.
Im Insein-Gefängnis befindet sich auch der US-Bürger John William Yettaw, der am Mittwoch vergangener Woche verhaftet wurde und sich wegen Verletzung der Einreisegesetze und wegen Betretens einer verbotenen Zone verantworten muss. Yettaw schwamm aus noch ungeklärten Motiven über einen See, um in das Haus von Suu Kyi zu gelangen. Er blieb nach Darstellung der staatlichen Presse zwei Tage im Haus der Oppositionsführerin, ehe er zurückschwamm und danach verhaftet wurde.
Insgesamt 13 Jahre lang inhaftiert
Ein weiterer Anwalt der Oppositionsführerin, Kyi Win, sagte vor Journalisten, Suu Kyi habe den Amerikaner nicht eingeladen und ihn aufgefordert, ihr Haus zu verlassen. "Alle sind sehr aufgebracht über diesen jämmerlichen Amerikaner", sagte der Anwalt. Er sei die Ursache aller jetzt aufgetretenen Probleme. "Er ist ein Dummkopf."
Suu Kyi wurde zuletzt im Jahr 2003 festgenommen. Insgesamt war die Vorsitzende der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie (NLD) 13 Jahre inhaftiert, weil sie sich für eine demokratische Ablösung der Militärjunta in Birma einsetzt. In den letzten Tagen war sie erkrankt und wurde nach Angaben eines NLD-Sprechers ärztlich behandelt.
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