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Angeblicher Anruf der ETA: Costa Brava: Bombendrohung war Fehlalarm

zuletzt aktualisiert: 25.07.2003 - 18:35

Gerona (rpo). Nachdem am Freitagmorgen zwei Bomben im Norden des Landes explodierten und zwei Menschen verletzt wurden, musste die Polizei am Nachmittag erneut ein Hotel in Lloret de Mar an der Costa Brava räumen. Diesmal handelte sich allerdings um einen falschen Alarm.

Die Welle des ETA-Bombenterrors in Spanien nimmt kein Ende. Drei Tage nach den Anschlägen auf Urlauber- Hotels an der Costa Blanca wurden am Freitag bei der Explosion von vier weiteren Sprengsätzen im Norden des Landes zwei Menschen leicht verletzt. Es entstand zudem erheblicher Sachschaden, wie die Polizei mitteilte. In der Kleinstadt Estella nahe Pamplona zündeten die Terroristen eine Bombe vor einem Gerichtsgebäude, nachdem zehn Minuten zuvor ein anonymer Anrufer im Namen der baskischen Untergrundorganisation vor dem Anschlag gewarnt hatte. An der Costa Brava sorgte am Abend ein falscher Bombenalarm für Aufregung.

Bei dem Attentat in Estella erlitt ein junger Mann einen Gehörschaden und eine Anwohnerin einen Schock. Der Ort befindet sich auf der Jakobs-Pilgerroute, die nach Santiago de Compostela führt und jedes Jahr Hunderttausende Wallfahrer anzieht. Wenige Stunden vor dem Anschlag war in der baskischen Kleinstadt Andoain bei San Sebastián eine kleinere Bombe vor dem Haus eines sozialistischen Lokalpolitikers detoniert. Er blieb unverletzt. Zwei weitere Sprengsätze gingen vor dem Parteibüro der Sozialisten hoch.

Mutmaßliche ETA-Mitglieder haben in den vergangenen sechs Wochen gut ein Dutzend Attentate verübt. Die Polizei geht davon aus, dass die Organisation mindestens ein Terrorkommando neu aufgebaut hat.

Die Anschläge am Freitag fielen mit der Verurteilung von zwei berüchtigten ETA-Terroristen zu je 790 Jahren Haft zusammen. Santiago Arrospide und Caride Simón hatten am 19. Juni 1987 in der Tiefgarage eines großen Kaufhauses in Barcelona eine Autobombe gezündet und damit 21 Menschen in einem Feuer-Inferno getötet sowie 44 verletzt. Es war das bislang blutigste Attentat in der Geschichte der ETA.

Dem Terrorkommando gehörte auch der Vater von Jon Joseba Troitiño (23) an, der für die Anschläge vom Dienstag auf zwei Ferienhotels in Alicante und Benidorm an der Costa Blanca verantwortlich gemacht wird. Dabei waren 13 Menschen verletzt worden, darunter ein 24- jähriger Hamburger Sprachschüler. Er befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung.

Die Ermittler haben inzwischen einen zweiten mutmaßlichen Täter identifiziert. Es handele sich um den 25-jährigen Asier Eceiza Ayerra, der schon seit längerem wegen Unterstützung der ETA und zahlreicher Gewalttaten gesucht werde, hieß es. Eceiza soll dem mutmaßlichen Bombenleger Troitiño bei der Ausführung geholfen haben.

In Lloret de Mar an der Costa Brava räumte die Polizei unterdessen nach einer anonymen Bombendrohung am Freitagabend zwei Urlauber- Hotels mit mehr als 1000 Menschen. Es habe sich jedoch bloß um einen Fehlalarm gehandelt, teilten die Behörden in der Touristenhochburg mit. Nach etwa vier Stunden durften die Feriengäste in ihre Zimmer zurück. Bei einer Durchsuchung mit Spürhunden sei kein Sprengsatz entdeckt worden.


 
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