| 19.06 Uhr

Negativ besetztes Akronym
Britische Regierung will den IS fortan "Daesch" nennen

Tatort Paris – die blutige Spur des Terrors
Tatort Paris – die blutige Spur des Terrors FOTO: afp, le
London. Der britische Regierungschef David Cameron hat dazu aufgerufen, die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) künftig als "Daesch" zu bezeichnen. "Dieser böse Totenkult ist weder ein wahrer Vertreter des Islam, noch ist er ein Staat", sagte Cameron am Mittwoch während einer Parlamentsdebatte über die britischen Luftangriffe auf Syrien.

Die Extremistengruppe dürfe durch die Bezeichnung Islamischer Staat nicht aufgewertet werden. Es sei an der Zeit, dem Vorbild Frankreichs, der arabischen Liga und anderer Verbündeter zu folgen und künftig so häufig wie möglich von Daesch zu sprechen, sagte Cameron. Er bezeichnete die Dschihadisten als "Vergewaltiger, Muslim-Mörder und mittelalterliche Monster".

Das Akronym Daesch ist im Arabischen negativ besetzt, weil es ähnlich klingt wie das Wort Dahes (etwa: jemand, der Zwietracht sät). Die Dschihadisten selbst lehnen den Begriff auch ab, da in diesem Fall der "islamische" Teil des Titels nicht explizit genannt wird.

Auch andere Regierungen und Organisationen vermeiden den Begriff Islamischer Staat. US-Präsident Barack Obama spricht stattdessen von Isil (Islamischer Staat im Irak und der Levante). Daneben ist auch die Bezeichnung Isis (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) gebräuchlich.

(isw/AFP)
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