Gewaltsame Proteste in Tibet: Dalai Lama droht mit Rücktritt
zuletzt aktualisiert: 18.03.2008 - 10:49Dharmsala (RPO). Wenn die gewaltsamen Proteste in Tibet außer Kontrolle geraten, will der Dalai Lama zurücktreten. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter rief seine Landsleute zur Zurückhaltung auf. Andernfalls habe er keine andere Wahl, als sein Amt niederzulegen. China wirft dem Dalai Lama vor, den Aufstand angezettelt zu haben.
Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat die Anhänger des Dalai Lamas für die Proteste verantwortlich gemacht. Die Unruhen hätten schwere Verluste an Menschenleben und Eigentum verursacht, sagte Wen am Dienstag. Nach offiziellen Angaben aus Peking wurden bei dem antichinesischen Aufstand seit Freitag 16 Menschen getötet. Exil-Tibeter sprechen von bis zu 80 Todesopfern. Sie befürchten, dass es nach dem Ablauf eines Ultimatums an die Demonstranten in Tibet zu einer Militäroffensive kommt. Das Ultimatum lief am Montag um Mitternacht ab.
Die Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa begannen friedlich am 10. März, dem Jahrestag der Niederschlagung des Aufstandes der tibetischen Bevölkerung gegen die chinesische Herrschaft 1959.
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