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the Dalai Lama
  Foto: AP, AP
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50. Jahrestag des gescheiterten Aufstands: Dalai Lama erwartet Gewalt-Explosion in Tibet

zuletzt aktualisiert: 07.03.2009 - 16:31

Peking (RPO). Der Dala Lama befürchtet eine Gewalt-Explosion in Tibet. Die Lage sei vor dem 50. Jahrestag des gescheiterten Aufstands der Tibeter gegen die Vorherrschaft Chinas "sehr angespannt". Es könne "jederzeit zu einer Gewalt-Explosion kommen", sagte der Dalai Lama Medienberichten zufolge. Der chinesische Außenminister Yang Jiechi warnte vor "Groß-Tibet"-Plänen des geistlichen Oberhaupts der Tibeter.

"Ich bin in großer Sorge", sagte der Dalai Lama der "Frankfurter Rundschau". Aus Treffen mit Tibetern, die in der Heimat geblieben seien, schließe er, dass "die Frustration" unter ihnen wachse. Umgekehrt hätten sich auch viele Chinesen in Tibet "Waffen zugelegt - und sie sind bereit zu schießen." Der 74-Jährige ermahnte jedoch seine Landsleute, sie sollten sich "nicht zu Gewalt hinreißen lassen" und "keinen Aufstand anstreben".

Von seinem Exil im indischen Dharamsala aus setzt sich der Dalai Lama seit Jahrzehnten für größere Autonomierechte der Tibeter ein. Er predigt dabei das Prinzip der Gewaltlosigkeit, das ein Teil seiner Landsleute in Frage stellt. Der Dalai Lama warf in dem "FR"-Interview der Regierung in Peking vor, die Vorgänge in seiner Heimat falsch darzustellen. So habe China stets versucht, den Einmarsch 1951 "als Befreiung zu legitimieren". Weiterhin verweigere China den Tibetern Autonomierechte. "Sie wollen unsere Sprache und Kultur eliminieren", sagte der Dalai Lama.

Hoheit Chinas über Tibet beseitigen

Dagegen warf der chinesische Außenminister der tibetischen Exil-Regierung vor, sie wolle die Hoheit Chinas über Tibet beseitigen. "Die Seite des Dalai Lama besteht noch immer auf der Gründung eines sogenannten Groß-Tibet auf einem Viertel des chinesischen Staatsgebiets", sagte Yang in Peking.

"Sie wollen die chinesischen Streitkräfte vertreiben", sagte Yang über den Dalai Lama und seine Exilregierung. Der Dalai Lama versicherte in den vergangenen Jahren stets, er strebe keine Loslösung Tibets von China an, sondern eine Autonomieregelung, die es den Tibetern ermöglichen solle, ihre kulturelle Identität zu wahren. Der Chef der Kommunistischen Partei in Tibet, Zhang Qingli, sagte laut einem Bericht der "Tibet Daily" vor Polizeioffizieren, sie müssten gegen "kriminelle Elemente direkt losschlagen" und die "separatistischen Bestrebungen" der "Clique" des Dalai Lama bekämpfen.

Warnung an ausländische Regierungen 

Chinas Außenminister warnte ausländische Regierungen davor, Beziehungen zum Dalai Lama zu unterhalten. "Während sie Beziehungen mit China unterhalten, sollten andere Länder dem Dalai Lama nicht erlauben, ihre Länder zu besuchen oder sie zu nutzen, um separatistische Aktivitäten zu verfolgen", sagte Yang. Die Regierung in Peking hatte wiederholt stark verärgert darauf reagiert, dass ausländische Regierungschefs den Dalai Lama empfingen, zuletzt unter anderem gegenüber dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Der Aufstand der Tibeter vom 10. März 1959, der sich am Dienstag zum 50. Mal jährt, wurde von chinesischen Einheiten blutig niedergeschlagen. Vor dem Jahrestag verstärkten die chinesischen Sicherheitskräfte ihre Präsenz in Tibet. Bei Unruhen vor einem Jahr wurden nach tibetischen Angaben 200 Tibeter getötet.

Quelle: AFP

 
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