Gesprächsangebot der chinesischen Regierung: Dalai Lama wartet immer noch auf Einladung
zuletzt aktualisiert: 30.04.2008 - 11:14Paris (RPO). China hat am Freitag erklärt, zu einem Gespräch mit dem Dalai Lama bereit zu sein. Doch das geistige Oberhaupt der Tibeter wartet noch immer auf eine Einladung aus Peking. China erkärte lediglich, der Dalai Lama solle das Gesprächsangebot "wertschätzen".
"Bislang haben wir kein Einladungsschreiben von China erhalten", sagte Jampal Chosang, der Vertreter des Dalai Lama in Frankreich. Er fände es im Übrigen gut, wenn die Gespräche in der französischen Hauptstadt Paris stattfänden, sagte Chosang. Schließlich habe Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy eine Vermittlung angeboten. Der Vertreter des Dalai Lama hatte unmittelbar zuvor den Außenausschuss des französisches Parlaments über die Lage in Tibet informiert.
China wirft dem Friedensnobelpreisträger vor, die Olympischen Sommerspiele in Peking zu sabotieren und auf eine Abspaltung seiner Heimat hinzuarbeiten. Die Volksrepublik hatte anti-chinesische Proteste in Tibet im März niedergeschlagen. Nach Angaben der tibetischen Exilregierung wurden dabei mindestens 135 Menschen getötet. Peking spricht von rund zwanzig Toten und gibt dem Dalai Lama die Schuld.
China herrscht seit 1951 in Tibet, nachdem es ein Jahr zuvor Truppen in das zentralasiatische Hochland geschickt hatte. Der Dalai Lama floh nach einem gescheiterten Aufstand 1959 aus Tibet und lebt seitdem im indischen Exil.
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