Rede vor 50.000 Menschen in Seattle: Dalai Lama weist Chinas Vorwürfe zurück
zuletzt aktualisiert: 13.04.2008 - 08:25Seattle (RPO). "Wenn jemand von Euch denkt, dass der Dalai Lama irgendwie militärische Macht hat, ist das totaler Unsinn", sagte der Dalai Lama am Samstag (Ortszeit) in einem Sportstadion von Seattle vor rund 50.000 Zuhörern. Weiterhin hat das geistliche Oberhaupt der Tibeter bei seinem US-Besuch Chinas Vorwürfe zurückgewiesen, die Unruhen in Tibet angestachelt zu haben. "Ich bin nur ein Mensch."
Ansonsten hielt sich der Dalai Lama, der seine fünftägige US-Reise am Freitag begonnen hatte, mit Aussagen zur Lage in Tibet und dem Verhalten der chinesischen Führung zurück. Er nickte lediglich, wenn andere Redner auf die Unruhen in Tibet zu sprechen kamen.
"Der Dalai Lama spricht selten über die Gefahr, in der Tibet sich befindet", sagte Lama Tenzin Dhonden, ein Gesandter des Dalai Lama. "Die Gefahr ist wirklich und nimmt zu, wie wir in jüngster Zeit gesehen haben." Der Gesandte forderte die Führung in Peking zu einem ernsthaften Dialog über Tibet auf, um dem vermeintlich autonomen Gebiet Chinas echte Autonomie zu ermöglichen. Vor dem Stadion machten Demonstranten gewalttätige Anhänger des Dalai Lama für die Gewalt in Tibet verantwortlich.
Der Dalai Lama war erstmals seit dem Beginn der Unruhen Mitte März in den USA. Im Oktober war er in Washington mit der Goldmedaille des Kongresses, der höchsten zivilen Auszeichnung des US-Parlaments, ausgezeichnet worden. Dies hatte bei China für Verärgerung gesorgt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum