kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Erneut Tote bei Protesten gegen Peking: Dalai Lama wirft China "kulturellen Völkermord" in Tibet vor

zuletzt aktualisiert: 16.03.2008 - 16:43

Dharamshala/Peking (RPO). Die blutigen Unruhen in Tibet halten an. Der Dalai Lama hat der chinesischen Regierung einen "kulturellen Völkermord" vorgeworfen. Die Machthaber in Peking haben unterdessen den Zugang auf das Videoportal YouTube gesperrt, nachdem dort Videos der Auseinandersetzungen aufgetaucht waren.

Seit der Veröffentlichung eines Videos aus Lhasa, der Hauptstadt der von China kontrollierten Himalaya-Region, gebe es Zugangsprobleme, berichtete ein AFP-Journalist aus Peking. Das streng zensierte Fernsehen in China hatte in den vergangenen Tagen bislang nur Bilder von Tibetern ausgestrahlt, die chinesische Geschäfte in Lhasa angriffen und Polizeiautos in Brand setzten.

Ausländischen Journalisten wurde seit Beginn der Unruhen am Freitag die Einreise nach Tibet verweigert. Bei den Protesten kamen laut der tibetischen Exilregierung 80 Menschen ums Leben, chinesische Behörden sprachen dagegen von zehn Todesopfern.

"Herrschaft des Terrors"

Peking übe eine "Herrschaft des Terrors" in der Himalaya-Region aus, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter am Sonntag am Sitz der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamshala. In China wurden bei neuen Protesten laut Augenzeugenberichten mindestens sieben Tibeter von der Polizei erschossen. In der tibetischen Hauptstadt Lhasa war die Lage äußerst angespannt. Laut der Exilregierung wurden 80 Menschen bei den Protesten getötet, chinesische Behörden sprachen dagegen von zehn Todesopfern.

Die Tibeter würden als "Bürger zweiter Klasse" behandelt, sagte der Dalai Lama. China forciere den Massenzuzug von ethnischen Chinesen, den Han-Chinesen, nach Tibet, um so die Tibeter zu einer Minderheit in ihrer Heimat zu machen.

Peking wisse, dass es den Tibetern nicht um Unabhängigkeit gehe, sondern um eine Autonomie. Zugleich bekräftigte der Friedensnobelpreisträger von 1989 seine Haltung des absoluten Gewaltverzichts: "Gewalt ist schierer Selbstmord." Auch einen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking lehnte der Dalai Lama ab, forderte aber eine internationale Untersuchung der jüngsten Vorfälle.

Teilnahme an den Olympischen Spielen überdenken

Die Exil-Tibeter in Deutschland forderten dagegen, die "ganze Welt" müsse jetzt eine Teilnahme an den Olympischen Spielen überdenken. Ihr Vorsitzender Lhanzom Evelding sagte der "Bild am Sonntag": "Das beste wäre, die Spiele in ein Land zu verlegen, in dem die Menschenrechte geachtet werden."

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Günter Nooke (CDU) wandte sich gegen einen Boykott der Spiele, forderte im "Tagesspiegel" vom Montag aber, den Druck auf China zu erhöhen. Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", er gehe davon aus, dass "gerade die internationale Aufmerksamkeit wegen Olympia eine friedliche Lösung in Tibet eher befördern" werde.

Mindestens sieben Tibeter erschossen

Am Sonntag kam es in China erneut zu Gewalt. Bei Protesten in der Stadt Ngawa in der an Tibet grenzenden Provinz Sichuan wurden mindestens sieben Tibeter erschossen, wie eine Mitarbeiterin der Menschenrechtsgruppe Free Tibet Campaign unter Berufung auf Augenzeugen sagte. Das in Indien ansässige Tibet Zentrum für Menschenrechte berichtete von 13 Toten.

Auch die tibetische Exilregierung stützt sich bei ihren Angaben zu den "bestätigten" 80 Toten in Tibet auf Augenzeugenberichte. "Wir haben 80 nicht identifizierte Leichen", sagte ein Sprecher der Exilregierung. Mehr als 70 weitere Menschen seien verletzt worden. Ähnliche Angaben machte ein enger Vertrauter des Dalai Lama unter Berufung auf Angehörige und Rettungskräfte.

In der tibetischen Hauptstadt Lhasa waren auch am Sonntag Schüsse zu hören, wie Ausländer berichteten. Er habe Gewehrschüsse gehört, sagte ein ehemaliger US-Marineinfanterist, der für die regierungsunanhängige Hilfsorganisation Volunteer Medics Worldwide in Tibet arbeitet, am chinesischen Flughafen Chengdu. "Der schlimmste Tag dürfte der Samstag gewesen sein, als es völlig chaotisch war", sagte Gerald Flint. Eine US-Studentin berichtete ebenfalls von Schüssen in den vergangenen drei Tagen. Der Nachrichtensender CNN zeigte patrouillierende Sicherheitskräfte.

Unabhängige Untersuchung gefordert

US-Außenministerin Condoleezza Rice rief China zu Zurückhaltung auf. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) forderte eine unabhängige Untersuchung. In Washington, Berlin, Den Haag und anderen Städten wurde gegen die gewaltsame Niederschlagung der Proteste in Lhasa demonstriert.

Am Freitag waren tagelange Proteste in der Altstadt von Lhasa gewaltsam eskaliert. Anlass der Proteste ist der 49. Jahrestag eines Aufstandes in Lhasa gegen die chinesischen Besatzer. Tibet wird seit dem Einmarsch der chinesischen Armee 1950 von Peking regiert. Nach dem fehlgeschlagenen Aufstand flüchtete der Dalai Lama nach Indien. China lehnt eine Autonomie der Himalaya-Region strikt ab.

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Die Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln gehört zu den wichtigsten Streitpunkten in den Koalitionsverhandlungen von SPD und G ... mehr 

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Der Bundespräsident hinterlässt bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel seine eigene Handschrift. Der Empfang durch Präsident Schimon Peres ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Barack Obama Steuerstreit Panorama, AP 2011-0729

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der Ziele für die Drohnenangriffe gegen Anhänger von Al-Qaida und anderer Terrorgruppen. mehr

 

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

 

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

 
 

Strafmaßnahme wegen Massaker von Hula

Deutschland weist syrischen Botschafter aus

 

Israel-Reise des Bundespräsidenten

Gauck: "Israel ist ein blühendes Land"

Top-Services