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Laut Steuerrechtsgruppe
Delaware das größte Steuerparadies der Welt?

Oasen für niedrige Steuern
Oasen für niedrige Steuern FOTO: ddp
Washington (RPO). Das größtes Steuerparadies auf Erden: Die Schweiz? Luxemburg? Oder doch die Cayman-Inseln? Keineswegs - so die Einschätzung einer in Großbritannien ansässigen Steuerrechtsgruppe. Vielmehr führe der winzige US-Bundesstaat Delaware die Hitliste der beliebtesten Steueroasen an, teilte das "Netzwerk für Steuergerechtigkeit" am Samstag mit.

Der Bundesstaat an der amerikanischen Ostküste schneidet bei einem Vergleich von Gesetzen, Rechtssprechung und Einlagenzufluss in 60 Gerichtsbarkeiten als größtes Steuerparadies ab - gefolgt von Luxemburg, der Schweiz, den Cayman-Inseln und Großbritannien.

In den USA haben der Untersuchung zufolge im Jahr 2007 Ausländer und nicht in den USA ansässige Unternehmen insgesamt 2,6 Billionen Dollar angelegt - vor allem in Delaware. Im Jahr 2001 war es noch rund eine Billion Dollar. "Während die USA die Schweizer Banken lauthals an den Pranger gestellt haben, gehen sie mit ausländischen Konteninhabern ganz genauso um", sagte die Direktorin des Netzwerks, Sarah Lewis. Im viel beachteten Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz um die Herausgabe von Kundendaten der UBS hatten sich die beteiligten Parteien im August auf einen Vergleich geeinigt.

Delaware sei als Finanzzentrum attraktiv, weil dort außerhalb des Bundesstaates erzielte Gewinne nicht versteuert werden müssten. Auch müssten Unternehmen nicht tatsächlich vor Ort ansässig sein, so Lewis weiter. Das "Netzwerk für Steuergerechtigkeit" hat für die Studie den Stellenwert des Bankgeheimnisses sowie den Umfang von Offshore-Bankgeschäften untersucht. Auch wurde geprüft, wie kooperativ die Behörden bei der Offenlegung von Finanzinformationen sind.

(RTR/sdr)
 
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