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Proteste in Thailand: Demonstranten stürmen ASEAN-Gipfel

zuletzt aktualisiert: 11.04.2009 - 08:04

Pattaya (RPO). In Thailand gibt es anhaltende Proteste gegen die Regierung. Der für Sonntag angesetzte ASEAN-Gipfel, ein Treffen der Außenminister aus China, Japan und Südkorea, musste abgesagt werden. Hunderte Demonstranten haben in Thailand den Veranstaltungsort des Gipfels gestürmt.

Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen den Regierungsgegnern und regierungsnahen Demonstranten, bei denen sich beide Gruppen mit Steinen und Rauchbomben bewarfen. Nach Regierungsangaben wurden mindestens zwei Menschen verletzt.

Die heftigen Proteste gegen die Regierung in Thailand haben nun auch Auswirkungen auf den Ablauf des Gipfels der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Nach Angaben des japanischen Außenministeriums wurde ein Treffen der ASEAN-Staaten mit Vertretern Chinas am Samstag wegen der Demonstrationen von über 2.000 Regierungsgegnern in dem thailändischen Küstenort Pattaya verschoben. Die Demonstranten hätten versucht, den Ort des Treffens zu blockieren, sagte ein Regierungssprecher. Die Gespräche seien nicht vollständig abgesagt worden, es solle jedoch die Sicherheit der Teilnehmer garantiert werden.

Zuvor verhinderten die regierungskritischen Demonstranten bereits ein Außenministertreffen am Rande des Gipfels. Die Demonstranten blockierten die Zufahrt zu einem Hotel in Pattaya mit Lastwagen. Die Außenminister aus China, Japan und Südkorea sagten daraufhin ein dort geplantes Treffen ab. Bei dem Gespräch sollte es neben wirtschaftlichen Themen auch um den umstrittenen nordkoreanischen Raketenstart gehen.

Die Demonstranten vor dem Hotel forderten den Rücktritt von Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva. Bereits am Vortag hatte es am Rande des ASEAN-Gipfels Auseinandersetzungen zwischen den Regierungsgegnern und Sicherheitskräften gegeben. Rund 200 Demonstranten durchbrachen zwei Sicherheitsringe von Armee und Polizei um das Tagungszentrum in Pattaya.

Die Demonstranten sind Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsident Thaksin Shinawatra. Ihre Partei war bis Dezember 2008 an der Regierung, ehe sie unter dem Druck monatelanger Massenproteste abgelöst wurde. Jetzt fordern die Aktivisten aus Thaksins Lager den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Die Fürsprecher Thaksins kommen vor allem aus der verarmten Landbevölkerung, während die jetzige Regierung von den städtischen Eliten getragen wird, die als königstreu gelten und die Symbolfarbe Gelb haben.

Am Mittwoch hatten rund 100.000 Menschen in Bangkok den Rücktritt der Regierung und des führenden Beraters von König Bhumibol Adulyadej, Prem Tinsulanonda, gefordert. Sie werfen ihm vor, Drahtzieher des Putsches zu sein, bei dem Thaksin 2006 gestürzt wurde. Abhisit lehnt einen Rücktritt und Neuwahlen ab. Er ist bereits der vierte Regierungschefs seit dem Putsch von 2006.

Quelle: AFP

 
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