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Wirtschaftskrise: Demonstranten stürmen isländische Zentralbank

zuletzt aktualisiert: 01.12.2008 - 21:26

Reykjavik (RPO). Hunderte Demonstranten sind am Montag in die isländische Zentralbank eingedrungen, um den Rücktritt von Notenbankchef David Oddsson zu fordern. Sie machen ihn mit für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes verantwortlich. Die Demonstranten schlugen zuerst gegen die Glastür der Bank und wurden etwas später dann in das Gebäude hereingelassen. im Foyer forderten sie in Sprechchören den Rücktritt Oddssons.

Demonstranden stürmten die isländische Zentralbank.  Foto: AP, AP
Demonstranden stürmten die isländische Zentralbank. Foto: AP, AP

"Die Regierung hat Roulettes gespielt und das ganze Land hat verloren", sagte der Schriftsteller Einar Mar Gudmundsson am Montag auf einer friedlichen Kundgebung vor mehreren Tausend Menschen in Reykjavik. Island feierte an diesem Tag eigentlich den 90. Jahrestag des Beginn seiner Unabhängigkeit am 1. Dezember 1918 von Dänemark. Die volle Unabhängigkeit erlangte das Land 1944. Die gegenwärtige Finanzkrise, die Island besonders hart getroffen hat, hat aber aller überschattet. Ein Rücktritt hat Ministerpräsident Geir Haarde bislang abgelehnt.

Tausende protestieren

Bereits am Samstag waren tausende Isländer gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstranden forderten Neuwahlen, weil sie die Regierung für die desaströse Wirtschaftslage des Landes verantwortlich machen. 70 Prozent der Bürger unterstützen einer aktuellen Umfrage zufolge den Ruf nach Neuwahlen. Islands einst blühender Bankensektor war unter dem Druck der Kreditkrise zusammengebrochen, drei wichtige Banken konnten nur durch Verstaatlichung vor der Pleite gerettet werden.

Quelle: ap

 
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