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Proteste gegen Gewalt in Gaza: Demonstranten werfen Schuhe auf Regierungsgebäude

zuletzt aktualisiert: 03.01.2009 - 17:52

Frankfurt/Main (RPO). Die Gewalt im Gazastreifen hat am Samstag in ganz Europa mehrere Tausend Palästinenser auf die Straßen gelockt, die gegen die israelischen Militäreinsätze protestierten. In London wurden sogar Schuhe gegen das Regierungsgebäude in der Downing Street geworfen. Auch in deutschen Großstädten wurde protestiert.

Die größte Aktion gab es in Paris, wo die Polizei die Teilnehmerzahl auf 21.000 schätzte. Große Protestaktionen gab es auch in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Madrid, im schwedischen Uppsala sowie in der türkischen Hauptstadt Ankara.

In Deutschland versammelten sich allein in Frankfurt am Main nach Angaben der Polizei an die 10.000 Menschen. Die Abschlusskundgebung fand auf dem Römerberg im Herzen der Altstadt statt. Es gab keine Zwischenfälle. In Berlin versammelten sich 7000 Menschen.

Der Protestzug setzte sich am Roten Rathaus in Bewegung und führte über die Straße Unter den Linden und die Friedrichstraße. Zu hören waren Sprechchöre wie "Freiheit für Palästina" und "Stoppt den Mord und stoppt den Krieg". In Bremen protestierten ebenfalls 7000 Palästinenser, in Düsseldorf 4000.

"Wir sind alle Palästinenser"

"Wir sind alle Palästinenser" und "Israel Mörder" skandierten Demonstranten in Paris. Den Behörden zufolge zogen dort 21.000 Menschen durch die Innenstadt, mehr als 50 Organisationen hatten zu dem Protestmarsch aufgerufen.

In London schleuderten Demonstranten als Zeichen ihres Protestes Hunderte Schuhe in Richtung des Amtssitzes des Premierministers in der Downing Street. Die abgesperrte Straße war mit Schuhen übersät. Schuhwerfen ist bei Muslimen ein Zeichen der Missachtung. Weltbekannt wurde ein irakischer Journalist, als er seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush im Dezember in Bagdad schleuderte.

Die Demonstration der laut Polizei bis zu 12.000 Menschen in London verlief friedlich. Die Teilnehmer, zu denen auch die Popsängerin Annie Lennox zählte, forderten die sofortige Einstellung der Angriffe. Auch in anderen britischen Großstädten wie Manchester, Liverpool und Glasgow gab es Protestveranstaltungen.

Bei einem friedlichen Protestmarsch zur israelischen Botschaft in Athen forderten rund 5000 Menschen ein Ende der Militäroffensive. Vor der diplomatischen Vertretung kam es zu Ausschreitungen, als eine Gruppe jugendlicher Autonomer Steine und Brandsätze auf Bereitschaftspolizisten schleuderte.

Polizei setzt Tränengas ein

Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Die meisten Demonstranten waren Palästinenser, aber auch linke Gruppen und Gewerkschaften schlossen sich dem Protest an.

In Frankreichs zweitgrößter Stadt Lyon versammelten sich nach Polizeiangaben knapp 8000 Demonstranten, um ein Ende der Militäroffensive zu fordern. Die Organisatoren sprachen von 15.000 Teilnehmern.

In Salzburg protestierten rund 2500 Menschen. In der türkischen Hauptstadt Ankara versammelten sich den zweiten Tag in Folge mehrere tausend Demonstranten, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern.

Auf Zypern protestierten rund 2000 Menschen vor der israelischen Botschaft in Nikosia. Auch im Ostteil Jerusalems protestierten erneut zahlreiche Palästinenser gegen die israelische Militäroffensive.

Quelle: AP

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