Islam-Gegner Geert Wilders: Der Rechtspopulist mit der Mozartfrisur
zuletzt aktualisiert: 28.03.2008 - 22:24Den Haag (RPO). Er vergleicht den Koran mit Hitlers "Mein Kampf", fordert einen Einwanderungsstopp für Muslime und plädiert für ein Kopftuchverbot. Geert Wilders ist ein Rechtspopulist, wie er im Buche steht. Der Chef der niederländischen Partei für die Freiheit (PVV) provoziert gerne. Die Aufregung um seinen Anti-Koran-Film wird ihm sicher gefallen.
Immer wieder sorgt Wilders unter den sonst so auf Konsens bedachten Politikern der Niederlande mit scharfen islamfeindlichen Parolen für Aufsehen. Das ist ihm jetzt wieder auf besonders zweifelhafte Weise gelungen: Am Donnerstag veröffentlichte der Provokateur einen Kurzfilm, der den Koran als "faschistisches Buch" brandmarkt.
Für ihn sei die Schrift des Islams mit Adolf Hitlers "Mein Kampf" vergleichbar, hatte Wilders erklärt. Den Haag fürchtet wütende Proteste in der muslimischen Welt, ähnlich denen nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Dänemark.
Mit seinem 15-minütigen Film wolle er zeigen, dass der Koran "eine Inspiration zu Intoleranz, Mord und Terror" sei, sagt der 44-jährige Wilders im Vorfeld. Zunächst wird ein Koran eingeblendet, später zeigt der Film die Enthauptung einer Geisel im Irak, außerdem eine Steinigung im Iran und eine Hinrichtung in Saudi-Arabien. Einige Blätter hatten die Stimmung mit Spekulationen angeheizt, Wilders könne vor der Kamera den Koran zerreißen oder verbrennen.
Angriffslust und Provokation waren schon immer seine Stärke. 2004 verließ Wilders die liberale Partei VVD, weil diese ihm nicht rechtsgerichtet genug war. Zwei Jahre später gründete er kurz vor der Parlamentswahl seine Partei für die Freiheit (PVV) und erreichte mit seinem Ruf nach einem Einwanderungsstopp für Muslime neun Sitze.
Kein Wunder also, dass der umstrittene Politiker nicht erst seit der Ankündigung seines Filmes Morddrohungen erhält. Wilders wird seit dem Mord an dem Filmemacher Theor van Gogh vor dreieinhalb Jahren rund um die Uhr von Leibwächtern bewacht. Sein Wohnort ist geheim.
Auch wenn seine Partei nur die drittgrößte auf der Oppositionsbank ist, zieht Wilders immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Er gilt als unbeirrbar, nicht nur im Politischen. Während alle Appelle aus Den Haag, sein Filmprojekt noch einmal zu überdenken, an ihm abprallten, lässt er sich auch von Imageberatern wenig sagen.
Von seiner blond gefärbten Mähne mit den dunklen Haaransätzen, die ihm den Spitznamen Mozart einbrachte, wollen ihm seine Berater seit langem abbringen. Vielleicht zu unrecht: Zu Karnevalszeiten sind Perücken nach dem Modell Wilders in den Niederlanden ein Verkaufsschlager.
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