Terrorkrieg in Bombay: Deutsche Europa-Politiker erlebten Anschlag hautnah
zuletzt aktualisiert: 27.11.2008 - 09:45Bombay (RPO). Bei den Terror-Anschlägen in Bombay haben auch die deutsche Europa-Parlamentarierin Erika Mann (SPD) und ihr Kollege Daniel Caspary (CDU) zu den bedrohten Gästen im Luxushotel Taj Mahal gehört. Die Abgeordnete aus Niedersachsen sagte in einem Telefon-Gespräch mit dem ZDF-"heute Journal, sie sei mit hunderten Menschen "über viele Wege und viele Stationen“ in einen Raum im Zentrum der Millionenstadt geflüchtet.
Mann beschrieb die Zustände als chaotisch, nur wenige Ältere könnten sitzen. Von Botschaften und indischen Bekannten habe sie gehört, dass Polizei und wohl auch Militär vor dem Gebäude in Position stünden. An ihrem Zufluchtsort selbst sei jedoch kein Schutz vorhanden.
Mann ist Mitglied einer europäischen Parlamentariergruppe, die an einer EU-Indien-Konferenz teilnehmen will. Unter ihnen sind zwei deutsche Abgeordnete, Erika Mann und Daniel Caspary, der die terroristischen Angriffe ebenfalls unverletzt überstand. Er sei zum Zeitpunkt des Überfalls nicht im Taj Mahal-Hotel gewesen, sagte Caspary am Donnerstagmorgen dem Rundfunksender SWR.
Alle seine Kollegen und Mitarbeiter seien in Sicherheit, einige seien auf "abenteuerlichen Wegen" aus dem Hotel entkommen. Die Menschen seien durch Küchen und Keller geflohen, in unmittelbarer Nähe habe es Schießereien gegeben.
Caspary begab sich ins deutsche Generalkonsulat in Bombay. Dessen Mitarbeiter seien bemüht, alle Deutschen sicher aus der Gefahrenzone zu bringen, sagte der CDU-Abgeordnete. Bewaffnete Angreifer hatten am Mittwochabend zwei Luxushotels, den Hauptbahnhof und ein Krankenhaus in Bombay gestürmt, um sich geschossen und Sprengsätze gezündet. Zu den Anschlägen bekannte sich eine Gruppe namens Deccan Mujaheddeen.
Weitere Abgeordnete befanden sich zusammen mit Mann zum Zeitpunkt des Überfalls im Hotel Taj Mahal, der Rest der Gruppe in einem nahe gelegenen Restaurant. Dort harrten sie bis 06.00 Uhr Ortszeit aus, bis der deutsche Generalkonsul sie abholte und ins französische Konsulat brachte, wie Caspary berichtete.
Der britische Europaabgeordnete Sajjad Karim erlebte den Überfall hautnah mit: "Ich war in der Lobby des Hotels. Plötzlich wurde draußen überall geschossen", sagte Karim der AP am Mittwochabend in enem Telefongespräch. Dann sei ein Mann mit einem Maschinengewehr vor ihm aufgetaucht. "Er begann auf uns zu schießen. Ich drehte mich um und bin in die entgegengesetzte Richtung gerannt."
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