Mord an Ärztegruppe in Afghanistan: Deutsche war Dolmetscherin aus Chemnitz
zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 - 19:06Kabul (RPO). Bei der in Nordafghanistan getöteten Deutschen handelt es sich um eine 35-jährige Dolmetscherin aus Chemnitz. Das teilte die christliche Hilfsorganisation International Assistance Mission (IAM) in Kabul mit. Die Deutsche Daniela B. war am Donnerstag bei einem Überfall auf ein IAM-Ärzteteam in der Provinz Badachschan getötet worden. Auch sechs Amerikaner, zwei Afghanen und ein Brite wurden erschossen.
Die Taliban bekannten sich zu dem Massaker und beschuldigten das IAM-Team, für die USA spioniert und für das Christentum missioniert zu haben. Der Direktor der Hilfsorganisation in Kabul, Dirk Frans, wies dies am Montag auf einer Pressekonferenz zurück. Es sei zwar wahrscheinlich, dass die Mitarbeiter Bibeln bei sich gehabt hätten. In dem Fall habe es sich aber um deren Privatexemplare auf Englisch oder Deutsch gehandelt und nicht wie von den Taliban angegeben in afghanischen Sprachen.
Deutsche Drohne in Kundus abgestürzt
Frans legte eine Genehmigung der afghanischen Regierung vor, wonach das Ärzteteam im entlegenen Parun-Tal Patienten mit Augenerkrankungen behandeln durfte. Der Einsatz habe keinen missionarischen Bezug gehabt, sagte der IAM-Direktor. Seine Organisation sei seit vier Jahrzehnten in Afghanistan aktiv und habe nicht vor, sich aus dem Land zurückzuziehen.
In der afghanischen Provinz Kundus stürzte am Montag nach NATO-Angaben eine unbemannte deutsche Aufklärungsdrohne ab. Sie habe wegen technischer Probleme an Höhe verloren und sei beim Aufschlag auf den Boden zerstört worden. Das sogenannte "Kleinfluggerät für Zielortung (KZO)" ist ferngelenkt und kann nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums fast in Echtzeit "Daten in Zielqualität" liefern.
Kind bei Kämpfen getötet
In Südafghanistan wurde nach NATO-Angaben am Montag ein US-Soldat getötet. Er sei bei einem Bombenanschlag in den Tod gerissen worden, erklärte die Allianz, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. In der östlichen Provinz Kunar kam den Angaben zufolge ein Kind bei Gefechten ums Leben. Aufständische hätten am Sonntag einen Außenposten der NATO-Truppen im Bezirk Watahpur angegriffen, hieß es. Ein zweites Kind habe Verletzungen erlitten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum