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Diane James
Neue Ukip-Chefin will "hundertprozentigen Brexit"

Diane James: Neue Ukip-Chefin will "hundertprozentigen Brexit"
Nigel Farage mit der neuen Ukip-Vorsitzenden Diane James. FOTO: rtr, AY/RT
London. Diane James ist die neue Vorsitzende der europakritischen britischen Partei Ukip. Die 56-jährige EU-Abgeordnete erhielt bei der Wahl 8451 Stimmen und setzte sich damit deutlich gegen ihre Mitbewerber durch.

Das teilte die Ukip am Freitag auf ihrem Parteitag im südenglischen Bournemouth mit. James gilt als starke Rednerin und als mediengewandt. Trotzdem dürfte die neue Vorsitzende Schwierigkeiten haben, die Lücke zu schließen, die der Abgang ihres charismatischen Vorgängers Nigel Farage hinterlässt. Die Partei gilt als tief zerstritten.

Ukip soll nächste Oppositionspartei werden

Bei ihrer Antrittsrede am Freitag sagte James, sie wolle Ukip zur zweitstärksten politischen Kraft nach den Konservativen in Großbritannien machen. "Sie sehen die nächste Oppositionspartei", sagte sie an Premierministerin Theresa May gerichtet und forderte einen "hundertprozentigen Brexit".

Ihr Vorgänger Farage hatte im Juli, knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum, seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Bei seiner Abschiedsrede rief der 52-Jährige die Delegierten auf, Druck auf die Regierung auszuüben, um einen konsequenten EU-Austritt durchzusetzen. Dazu gehöre auch, den Europäischen Binnenmarkt zu verlassen.

Farage will "sein Leben zurück"

Kritik übte Farage am zögerlichen Verhalten der Regierung. Er habe das Gefühl, Premierministerin May sei versucht, einen "weichen" EU-Austritt Großbritanniens zu verfolgen, sagte Farage. Der einzige Weg, um das zu verhindern, sei, "dass Ukip gesund und stark ist". Chancen für seine Partei bei kommenden Wahlen sieht Farage vor allem bei enttäuschten Labour-Wählern in Mittelengland, die sich beim Referendum am 23. Juni überraschend deutlich für einen EU-Austritt ausgesprochen hatten.

Farage will in Zukunft kein Parteiamt mehr ausüben. Er wolle "sein Leben zurück" sagte er in Anlehnung an frühere Slogans. Ganz aus der Politik will er sich aber nicht verabschieden. Er wolle weiterhin seinen Sitz als Abgeordneter im Europäischen Parlament behalten und seine Nachfolgerin mit Ratschlägen unterstützen.

Ukip gilt als tief zerstritten. Zwei aussichtsreiche Bewerber auf das Amt des Parteivorsitzenden waren bereits vor der Wahl disqualifiziert worden. Die Partei muss nun unter Beweis stellen, dass sie auch nach Erreichen ihres größten Ziels, des EU-Austritts Großbritanniens, bestehen kann.

(isw/dpa)
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