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Italiens Ministerpräsident unter Druck: Die 18-Jährige - Berlusconi will alles erklären

VON JULIUS MÜLLER-MEININGEN - zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 - 08:15

Rom (RP). Lügt Silvio Berlusconi? Das ist die Frage, die die Italiener in diesen Tagen mehr als vieles andere interessiert. Überall wird über den Ministerpräsidenten diskutiert, auf der Piazza, am Strand oder zuhause am Küchentisch.

Der Auslöser ist die damals 17-jährige Neapolitanerin Noemi Letizia, deren Beziehung zu Italiens mächtigstem Mann viele Fragen unbeantwortet lässt. Oppositionspolitiker fordern eine Erklärung Berlusconis vor dem Parlament und einen Untersuchungsausschuss.

Für Berlusconis Ehefrau Veronica Lario war Noemi der Anlass dafür, vor drei Wochen öffentlich die Scheidung von ihrem Ehemann anzukündigen. Der Ministerpräsident war damals zum 18. Geburtstag der jungen Frau nach Neapel gekommen. Angeblich, weil er ein alter Freund der Familie sei, wie die Maschine der Berlusconi-Medien und Benedetto Letizia, Noemis Vater, glauben lassen wollen.

"Ich werde die Situation genau erklären", sagte Berlusconi jetzt dem Fernsehsender CNN. Die Beschuldigungen würden "wie ein Bumerang" auf die Ankläger zurückfallen, drohte er.

Einem Interview der linksgerichteten Zeitung "La Repubblica" zufolge sagen der Ministerpräsident und die Seinen die Unwahrheit. Noemis 22-jähriger Ex-Freund Gino Flaminio behauptet indirekt, Berlusconi habe seine damalige Freundin verführt. Der Ministerpräsident sei auf Noemi über Emilio Fede, den Fernsehdirektor eines seiner Sender aufmerksam geworden. Fede besaß Bewerbungsfotos von Noemi. Anschließend habe Berlusconi die Minderjährige angerufen. Ihr "Engelsgesicht" und ihre "Reinheit" soll der 72-Jährige am Telefon gelobt haben.

Zusammen mit 30 bis 40 anderen jungen Frauen soll Noemi über Weihnachten eine Woche mit Berlusconi in dessen Villa auf Sardinien verbracht haben, berichtet der Ex-Freund. Das sei für ihn der Auslöser für die Trennung gewesen. Die Affäre Noemi ist bereits die zweite, die den italienischen Ministerpräsidenten in kurzer Zeit schwer in Bedrängnis bringt.

Quelle: RP

 
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