Kambodscha
22. Mai 1992 - 12. November 1993: medizinische Versorgung der UNTAC-Soldaten und der Zivilbevölkerung, Feldlazarett in Phnom Penh mit 150 Sanitätern und 60 Betten.
Ruanda
18. Juli bis 31. Dezember 1994: im Rahmen der UN-Unterstützungsmission UNAMIR Luftbrücke zur Versorgung ruandischer Flüchtlinge mit drei Flugzeugen und 30 Soldaten.
Somalia
25. August 1993 bis 23. März 1994: logistische Unterstützung der UNOSOM-II-Truppen und Luftbrücke Mombasa-Somalia mit 1.700 Heeressoldaten in Belet Uen, 600 Marinesoldaten sowie 120 Luftwaffensoldaten in Dschibuti und Mombasa.
Irak
August 1991 bis September 1996: Flugbereitschaft für die UN-Abrüstungskontrolleure und medizinische Evakuierung mit 27 Soldaten von Heer und Luftwaffe.
Bosnien-Herzegowina
4. Juli 1992 - 9. Januar 1996: Versorgung Sarajevos aus der Luft von Falconara (Italien) aus mit 27 Soldaten und einer Transall-Maschine.
28. März 1993 - 19. August 1995: Versorgung der Bevölkerung insbesondere Ost-Bosniens durch Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft zusammen mit britischen und französischen Maschinen.
18. Juli 1992 - 19. Juni 1996: Beteiligung an der Operation "Sharp Guard" zur Überwachung des Handels- und Waffenembargos.
13. April 1993 - 20. Dezember 1995: Beteiligung an der Durchsetzung des Flugverbots über Bosnien mit 484 Soldaten einschließlich der deutschen Besatzungsanteile in den AWACS-Fernaufklärern der NATO.
8. August - 20. Dezember 1995: Unterstützung des Schnellen Einsatzverbandes der NATO zum Schutz der UN-Friedenstruppen in Bosnien (UNPROFOR) mit 530 Heeressoldaten, 550 Marinesoldaten und 650 Luftwaffensoldaten.
20. Dezember 1995 - 19. Dezember 1996: Beteiligung an der internationalen Streitmacht zur Umsetzung des Bosnien-Friedensvertrages von Dayton (IFOR) mit rund 4.000 Soldaten aller Teilstreitkräfte.
20. Dezember 1996 - 19. Juni 1998: Beteiligung an der IFOR-Folgemission SFOR mit rund 3.000 Soldaten.
Seit 2. Dezember 2004 EUFOR-Mission: Beteiligung mit derzeit knapp 900 Bundeswehrsoldaten.
Kosovo
24. März - 9. Juni 1999: Beteiligung an den NATO-Luftangriffen auf Jugoslawien mit vier Recce-Tornados zur elektronischen Aufklärung und zehn ECR-Tornados zur Bekämpfung der jugoslawischen Luftabwehr. Parallel dazu: Beteiligung an der Versorgung von Kosovo-Flüchtlingen in Mazedonien und Albanien.
Seit 12. Juni 1999: Beteiligung an der Kosovo-Friedenstruppe KFOR mit derzeit rund 2.900 der 8.500 vom Parlament genehmigten Soldaten.
Mazedonien
29. August 2001 bis 15. Dezember 2003: Beteiligung an der zunächst von der NATO und später von der EU geführten Operation "Essential Harvest" (notwendige Ernte) zur Entwaffnung der albanischen Rebellen mit bis zu 450 Soldaten.
Neben "Enduring Freedom" ist die Bundeswehr im Rahmen der NATO-Mission "Active Endeavour" mit inzwischen nur noch 23 Soldaten am Anti-Terror-Kampf beteiligt. Im östlichen Mittelmeer hat die Marine eine Fregatte, in der Straße von Gibraltar Schnellboote und ein Versorgungsschiff stationiert. Aufgabe ist auch hier die Sicherung der Seewege.
Afghanistan
Seit 22. Dezember 2001 beteiligt sich die Bundeswehr an der "International Security Assistance Force" (ISAF), die im Auftrag der Vereinten Nationen die afghanischen Autoritäten beim Aufbau demokratischer staatlicher Institutionen und bei der Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit unterstützt. Derzeit sind rund 2.800 Soldaten im Einsatz. Seit 1. Juni 2006 hat die Bundeswehr die Verantwortung für den gesamten Norden übernommen und den Großteil ihrer Truppen von Kabul nach Masar-i-Sharif verlegt. Der Rest ist in den regionalen Wiederaufbauteams in Kundus und Feysabad sowie auf der logistischen Versorgungsbasis in Usbekistan stationiert.
Sudan
Am 22. April 2005 beschloss der Bundestag eine Beteiligung Deutschlands an der 10.000 Mann starken UN-Friedenstruppe (UNMIS) mit bis zu 75 Militärbeobachtern und Stabsoffizieren. Der Einsatz ist gemäß dem Mandat der Vereinten Nationen auf den Südsudan beschränkt. Die Bundeswehr ist auf eine Einsatzdauer von sechs Jahren eingestellt. Aufgabe ist die Überwachung des Friedensvertrages zwischen der Regierung in Khartum und der Südsudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM/A).
Kongo
Am 1. Juni 2006 stimmte der Bundestag der Entsendung von bis zu 780 Bundeswehrsoldaten in den Kongo zu. Die Soldaten überwachen im Rahmen der EUFOR-Mission die ersten demokratischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit mehr als vierzig Jahren. Die EUFOR-Mission, an der sich neben Deutschland 18 EU-Staaten und die Türkei mit insgesamt 2.000 Soldaten beteiligen, steht unter dem Kommando des deutschen Generalleutnants Karlheinz Viereck. Er leitet die Operation vom Einsatzführungskommando in Potsdam aus.
Libanon
Am 20. September 2006 stimmte der Bundestag einem Einsatz von bis zu 2.400 Soldaten für eine UN-Friedensmission im Libanon zu. Mit acht Schiffen und Booten im Rahmen eines internationalen Flottenverbandes unter deutschem Kommando sollen sie vor der Küste des Landes Waffenlieferungen an die Hisbollah unterbinden.