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Uiguren-Führerin Rebiya Kadeer: Die Frau, vor der sich Peking fürchtet

zuletzt aktualisiert: 07.07.2009 - 15:12

Peking/Washington (RPO). Mit ihrer regimekritischen Rede vor dem Volkskongress machte sich Rebiya Kadeer einst die chinesische Zentralregierung zum Feind. Wegen angeblicher Weiterverbreitung von Staatsgeheimnissen wurde sie 1999 zu acht Jahren Haft verurteilt. Auf internationalen Druck kam sie 2005 frei und ging ins Exil. Nun lehrt die Uiguren-Führerin die Machthaber in Peking das Fürchten.

Die chinesische Regierung hat der Chefin des Uigurischen Weltkongresses vorgeworfen, hinter den Ausschreitungen zu stecken, bei denen nach amtlichen Angaben am Sonntag mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen sind.  Die chinesische Krisen-Region Xinjiang wird maßgeblich von der muslimischem Minderheit der Uiguren bewohnt.

Kadeer fordert internationale Untersuchung

Die im Exil lebende Uiguren-Führerin wies die Anschuldigungen zurück und forderte eine internationale Untersuchung der blutigen Unruhen in Xinjiang. "Wir hoffen, dass die UNO, die USA und die EU Ermittler schicken um zu untersuchen, was wirklich in Xinjiang passiert ist", sagte Kadeer in Washington. Außerdem hoffe sie auf stärkere Kritik der US-Regierung an Peking.

Forderungen, die Peking nicht gefallen können und unangenehme Fragen aufdrängen. Wie autonom ist die Region Xinjiang wirklich? Gibt es gezielte Übergriffe von Han-Chinesen und Polizei auf die uigurische Minderheit? Ist die Religionsfreiheit für die sunnitischen Muslime, zu denen die Uiguren zählen, nur ein Märchen? Das Riesenreich, das nach außen hin stets Geschlossenheit proklamiert, gerät erneut ins internationale Blickfeld und damit in Bedrängnis.

Machthaber schon mehrfach bloßgestellt

Es ist nicht das erste Mal, dass Rebiya Kadeer die Machthaber in China bloßstellt. 1997 sorgte sie mit einer Rede im Volkskongress für Aufsehen, als sie die Politik der chinesischen Regierung in der Provinz Xinjiang scharf verurteilte. Für ihre deutlichen Worte wurde die Menschenrechtsaktivistin kurzerhand aus dem Parlament ausgeschlossen.

Zwei Jahre später warf man Kadeer dann sogar ins Gefängnis. Die Ehefrau des ehemaligen uigurischen Widerstandskämpfers Sidik Rouzi hatte amerikanischen Abgeordneten Zeitungsartikel für ihren Mann überreicht, die zu diesem Zeitpunkt jedoch schon längst veröffentlicht worden waren. Die Zentralregierung in Peking nannte die Handlung dennoch "Weiterverbreitung von Staatsgeheimnissen" - Kadeer wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Anschlag auf Kadeer

2005 kam die frühere Textil-Unternehmerin auf internationalen Druck allerdings frei und folgte ihrem Mann ins Exil. Kurz darauf wurde ein Anschlag auf sie verübt, dem Kadeer knapp entgehen konnte. Im November 2006 wählte man sie in München zur Präsidentin des neu gegründeten Uigurischen Weltkongresses (WUC).

Von ihrem Exil in den USA aus übt Kadeer bis heute heftige Kritk an der chinesischen Uiguren-Politik. Sie riskiert damit viel - denn fünf ihrer Kinder werden weiterhin in China festgehalten oder verfolgt.


 
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