Geburtstags-Gipfel: Die Nato steht vor großen Aufgaben
zuletzt aktualisiert: 03.04.2009 - 11:03Strassburg/Baden-Baden (RPO). Die Nato wird 60 - eigentlich ein Grund zum Feiern, denn das mächtigste Militärbündnis der Welt ist eine Erfolgsgeschichte. Doch der Nordatlantikpakt steht vor den wohl größten Herausforderungen seiner Geschichte: der Konflikt in Afghanistan, die Erweiterung des Bündnisses und ein neues Selbstverständnis.
Mit einem "Doppel-Gipfel" in Deutschland und Frankreich begeht die Nato am Freitag und am Samstag den 60. Jahrestag ihrer Gründung. In Straßburg, Baden-Baden und Kehl werden sich die Staats- und Regierungschefs aber nicht nur zum Feiern treffen. Auf der Agenda stehen einige Punkte, die für Diskussionsstoff sorgen werden.
Afghanistan: Der Krieg am Hindukusch und die neue US-Strategie für den Kampf gegen die Taliban stehen im Zentrum der Beratungen. Die Nato-Partner werden Washingtons Ansatz begrüßen, die militärische Aufrüstung eng mit zivilen und diplomatischen Initiativen zu verknüpfen. Die USA schicken 17.000 zusätzliche Soldaten und 4.000 Ausbilder für Polizei und Sicherheitskräfte an den Hindukusch. Sie erwarten, dass die Partner nachziehen. Am Freitag jedoch sagte US-Außenministerin Hillary Clinton, dass man die anderen Mitglieder nicht bedrängen werde.
Erweiterung: Kroatien und Albanien werden offiziell als neue Mitglieder begrüßt. Streit gibt es um einen Beitritt Georgiens und der Ukraine. Der Kreml fühlt sich durch das Vorrücken der Allianz bis vor die eigenen Tore provoziert, droht mit Aufrüstung. Der Obama-Administration scheint Entspannung mit Moskau ebenso wie den meisten Europäern wichtiger zu sein als eine schnelle Erweiterung – ganz im Gegensatz zur Bush-Regierung.
Strategisches Konzept: Beim Gipfel soll der Startschuss für ein neues strategisches Konzept der Nato fallen. Das jetzige ist zehn Jahre alt und nicht mehr angemessen. Denn mittlerweile ist die Allianz mit mehr als 77 000 Soldaten auf drei Kontinenten im Einsatz, bekämpft den Terror ebenso wie Piraten. Neue Aufgaben sind schon im Gespräch: von der Verteidigung gefährdeter Gas-Pipelines bis zur Verhütung von Konflikten in Folge des Klima-Wandels.
Weitere Themen sind die Rückkehr Frankreichs in die militärischen Strukturen der Nato und die Besetzung des Postens des Generalsekretärs.
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