Die Not der Millionen Bewohner des Gaza-Streifens ist groß: Schon unter der rund anderthalbjährigen Blockade des schmalen, dichtbesiedelten Küstenstreifens durch Israel hatte die Bevölkerung schwer zu leiden, die dreiwöchige israelische Militär-Offensive zum Jahreswechsel verschärfte die Krise weiter.
Die
Zahl der Toten durch die israelische Offensive vom 27. Dezember 2008 bis zum 18. Januar im Gaza-Streifen beläuft sich nach Angaben der Rettungskräfte vor Ort auf mehr als 1330, Tausende wurden verletzt.
Nach Angaben des palästinensischen Regierungschefs Salam Fajad waren Anfang Februar noch rund 90.000 Menschen im Gaza-Streifen
obdachlos und mussten in Zelten kampieren.
5000
Wohnhäuser wurden vollständig zerstört, weitere 20.000 beschädigt, viele davon schwer, wie aus einer Untersuchung des palästinensischen Wirtschaftsrats für Entwicklung und Wiederaufbau (Pecdar) hervorgeht. Den Sachschaden bezifferte der Pecdar auf 466 Millionen Dollar (367,7 Millionen Euro).
Weitere
Infrastrukturschäden belaufen sich demnach auf umgerechnet 118,4 Millionen Euro, jene an den Einrichtungen der Sicherheitskräfte auf 94,7 Millionen Euro, an Verwaltungsgebäuden auf 47,3 Millionen Euro, an Bildungseinrichtungen auf 43,4 Millionen Euro, an Krankenhäusern auf 19,7 Millionen Euro und an UN-Einrichtungen schließlich auf 15,8 Millionen Euro.
Unmittelbar nach Ende der Offensive standen zwei Drittel der Bewohner des Palästinensergebiets - das sind rund eine Million Menschen - nach UN-Angaben
ohne Strom da. Rund die Hälfte der Einwohner - 750.000 - hatten
kein fließendes Wasser. Auch
Nahrungsmittelknappheit herrschte, der UN zufolge sind eine Dreiviertelmillion Menschen im Gaza-Streifen auf Lebensmittelhilfe durch das UN-Hilfswerk UNRWA angewiesen.