Unser Reporter vor Ort: Die Südamerika-Reise von Bundespräsident Köhler
VON STEFAN REKER - zuletzt aktualisiert: 04.03.2007 - 12:33Diese Reise ist anders als andere Staatsbesuche. Wenn Bundespräsident Horst Köhler am Sonntag zu seinen offiziellen Besuchen in Paraguay, Brasilien und Kolumbien aufbricht, wird im Airbus der Bundesluftwaffe keine große Wirtschafts-Delegation an Bord sein.
Das Staatsoberhaupt des Exportweltmeisters Deutschland will diesmal nicht als Türöffner für neue Geschäftsabschlüsse dienen, sondern rückt einen ganz anderen Aspekt in den Vordergrund: die soziale Verantwortung von Unternehmern. Das Thema soll bei seinen Gesprächen in Paraguay, Brasilien und Kolumbien mit ihrem brutalen Reich-Arm-Gefälle eine Hauptrolle spielen.
Nur drei Unternehmer gehören zur Delegation des Präsidenten. Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell (vom gleichnamigen Bleistift-Unternehmen), Arthur E. Darboven (der als Kaffeeunternehmer den fairen Handel mit den Kaffeebauern unterstützt) und Götz Werner, der Chef der Drogeriekette dm, der mit seinem Vorschlag für ein staatliches "Grundeinkommen für alle" großes Aufsehen auslöste. Alle drei fallen durch besonderes soziales Engagement auf. Dass Köhler sie als seine Gäste mitnimmt, zeigt, dass der Präsident beim Thema soziale Verantwortung durchaus auch Unternehmen in Deutschland im Visier hat.
Die strapaziöse 12-Tage-Tour des Präsidenten-Ehepaars durch das tropisch heiße Südamerika beginnt mit einem 15-Stunden-Flug nach Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay. Dort geht es im Vorwahlkampf zur Präsidentenwahl 2008 auch politisch heiß her. Zudem herrscht in Paraguay derzeit Alarmzustand wegen zahlreicher Fälle von Dengue-Fieber. Die von Mücken übertragene Krankheit kann tödlich enden - und eine Impfung ist nicht möglich. Doch die deutschen Diplomaten halten das Reise-Risiko für vertretbar - und der Delegationsarzt wird nötigenfalls Extra-Rationen von Mückenspray austeilen.
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