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Das von einer Militärjunta regierte Birma erlebt die größten Proteste seit fast 20 Jahren. Tausende Mönche demonstrieren seit einer Woche jeden Tag und mobilisieren die Bevölkerung, auf die Straße zu gehen. Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengestellt.
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Wo liegt Birma und wie groß ist das Land?
Birma ist ein Vielvölkerstaat mit Grenzen zu Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand. Es ist reich an natürlichen Rohstoffen, gehört laut den Vereinten Nationen aber zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Auf einer Fläche von 676.600 Quadratkilometer leben rund 54 Millionen Einwohner.
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Wieso und wann wurde aus Birma Myanmar?
1989 wurde das Land in Myanmar umbenannt. Die Die englisch ausgesprochene Schreibweise Burma geht zurück auf das Wort Bama. Ebenso wie Myanma bezeichnet Bama die größte Bevölkerungsgruppe des Landes, die Bamar. Der Begriff Myanma entstammt der Schriftsprache, während Bama umgangssprachlich verwendet wird. Die offizielle Umbenennung des Landes in „Union Myanmar“ durch das Militär war ein Vorhaben mit Außenwirkung.
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Wie reagierten andere Staaten darauf?
Die Vereinten Nationen übernahmen den neuen Namen des Staates wenige Tage nach der Verkündung durch das Militär. Dem sind mittlerweile viele Staaten gefolgt, während die Vereinigten Staaten und Australien und andere als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes am Namen Burma festhalten.
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Was geschah seit der Unabhängigkeit Birmas?
Die ehemalige britische Kolonie ist seit 1948 unabhängig. 1962 übernimmt das Militär die Macht. Nach Unruhen im Volk im März und Juni 1988 tritt Staatsoberhaupt Ne Win zurück. Die darauf folgenden friedlichen Demonstrationen münden in Massenunruhen, die die Führung am 8.8.1988 zum Einsatz der Armee veranlasst. Dem gewaltsamen Einschreiten fallen Tausende von Demonstranten zum Opfer. Im September 1988 übernehmen die Streitkräfte die Regierungsgewalt. Sie verbieten unter anderem jegliche Versammlungen von mehr als vier Personen und gehen brutal gegen Zuwiderhandlungen vor. Die Militärregierung verhindert seitdem freie Wahlen.
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Wer ist Aung San Suu Kyi?
Die wohl bekannteste Birmanin ist Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Ihre Partei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), gewann die ersten freien Wahlen des Landes 1990 deutlich, was die Junta jedoch nicht anerkannte. Sie kämpft gegen die Militärdiktatur und fordert die Abdankung der Junta. Den Großteil der vergangenen 18 Jahre verbrachte die Tochter des Nationalhelden Aung San, der Birma in die Unabhängigkeit geführt hatte, unter Hausarrest. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis.
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Birma - ein Staat auf dem Weg zur Demokratie?
2003 verkündet der neue Premierminister Khin Nyunt den "Fahrplan zur Demokratie für Myanmar" (Roadmap to Democracy) – passiert ist jedoch noch nichts. Das seit 1996 verhängte Waffenembargo seitens der EU und zahlreiche Wirtschaftssanktionen der USA verhalfen bislang nicht zu einer Wende: das Militär hält nach wie vor an seiner Macht fest und denkt nicht daran, die Vorherrschaft im Land zu teilen, geschweige denn aufzugeben.
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Achtet der Staat die Menschenrechte?
Menschenrechtsorganisationen werfen Regierung und Armee Menschenrechtsverstöße wie Zwangsarbeit, Zwangsräumung von Dörfern, Folter, Vergewaltigungen und Einsatz von Kindersoldaten in den bis heute andauernden Kämpfen gegen Aufständische vor, vor allem gegen ethnische Minderheiten wie die Karen. Auch manche Rebellengruppen sollen Kinder rekrutiert und Zivilisten zur Zwangsarbeit verpflichtet haben. Ende Juni 2007 hat das Rote Kreuz öffentlich der Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
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Welche Probleme gibt es noch?
Ein großes Problem des Staates ist die Korruption, ein weiteres sind die Ausgaben für Militär, Polizei und Geheimdienste, die seit Jahren über 50 Prozent des Staatsbudgets ausmachen. Außerdem: An der Grenze zu Laos und Thailand hat Birma Anteil am „Goldenen Dreieck“, in dem Schlafmohn für die Heroinproduktion angebaut wird. Birma nimmt in der Welt eine Spitzenposition bei der Produktion von Amphetaminen ein. Sie werden in schwer auffindbaren Dschungel-Fabriken hergestellt und über Thailand und China exportiert.
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Welche Rolle spielt die Religion?
Der Buddhismus ist in der birmanischen Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Mönche werden als Lehrer und Vorbilder verehrt. Beobachter gehen davon aus, dass allein Mönche in der Lage wären, eine Massenbewegung auszulösen. Auch bei der Demokratiebewegung 1988 spielten die buddistischen Robenträger eine wichtige Rolle. Ihr hohes Ansehen wird als Grund dafür gesehen, dass die Junta nicht gewaltsam gegen die friedlichen Proteste vorgeht. Ein Experte in Thailand bezeichnete die Situation als "Dilemma" für die Generäle: Lassen sie die Demonstrationen weiter zu, werden sich immer mehr Bürger anschließen, greifen sie ein, wäre möglicherweise ein Aufstand gegen die Regierung die Folge, so die Einschätzung.