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Trump warnt Nordkorea bei Asien-Reise
"Fordert uns nicht heraus"

Donald Trump auf Asien-Reise: US-Präsident warnt Nordkorea
Seoul. US-Präsident Trump hat eine deutliche Warnung an Nordkorea gerichtet, den Konflikt aber nicht weiter angeheizt. Ein geheim geplanter Besuch der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea scheiterte am Wetter.

"Ich hoffe, für alle freien Nationen zu sprechen und nicht nur für die USA, wenn ich sage: Unterschätzt uns nicht. Fordert uns nicht heraus", sagte US-Präsident Donald Trump in einer Rede vor der Nationalversammlung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. In einer etwa 30-minütigen Ansprache zeichnete er einen scharfen Kontrast zwischen einem freien, prosperierenden Süden und einem völlig verkommenen, am Boden liegenden Norden. "Nordkorea ist ein Land, das wie eine Sekte regiert wird." 

Nordkorea sei eine Hölle, die kein Mensch verdiene, sagte Trump weiter und kritisierte Menschenrechtsverletzungen. An die Adresse der Südkoreaner sagte der US-Präsident: "Euer Erfolg ist der größte Grund für Angst und Panik im Norden." Schon die Gegenwart eines freien und unabhängigen Südkorea bedrohe das nordkoreanische Regime in seiner Existenz.

Trump verzichtet auf Beleidigungen

Donald Trump vor Südkoreas Nationalversammlung. FOTO: rtr, wy

Anders als am Vortag, als Trump mit sehr diplomatischen und zurückhaltenden Äußerungen überrascht hatte, sprach er nun zwar nicht mehr davon, dass es Bewegung in dem festgefahrenen Konflikt gebe. Er verschärfte den Konflikt aber nicht weiter und verzichtete darauf, den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un zu beleidigen. Trumps Rhetorik war kräftig, aber nicht kriegerisch.

"Amerika sucht keinen Konflikt. Aber wir gehen ihm nicht aus dem Weg", sagte Trump. Unter seiner Führung bauten die USA das Militär komplett neu auf. "Jetzt ist die Zeit für Stärke. Wenn du Frieden willst, musst du jederzeit mit Stärke agieren." Der US-Präsident rief dazu auf, dass alle Nationen Nordkorea isolieren sollten. Das gelte auch für China und Russland. Niemand dürfe Nordkorea in irgendeiner Weise unterstützen.

"Ihre Waffen machen Sie nicht sicherer"

Trump warnte Nordkorea vor der Fehleinschätzung, seine Regierung so zu behandeln wie ihre Vorgänger. Pjöngjang könne Atomwaffen nicht als Faustpfand nutzen. Unmittelbar an die Adresse von Kim Jong Un gewandt, sagte der US-Präsident: "Ihre Waffen machen Sie nicht sicherer." Vielmehr gefährdeten sie seine Macht. "Wir bieten einen Weg zu einer viel besseren Zukunft an. Er beginnt mit einem Ende der Aggression Ihres Regimes." Dafür seien ein Stopp des Waffenprogramms und die völlige Denuklearisierung der Halbinsel zwingende Voraussetzungen.

Es war die erste Rede eines US-Präsidenten vor der Nationalversammlung seit Bill Clinton im Jahr 1993. Trump ist auf Asienreise. Es seine erste als US-Präsident. Sie wird vom Konflikt mit Nordkorea überschattet. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte.

Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten sich mit Beschimpfungen und harschen Drohungen überzogen. Das nährte große Sorgen vor einem Krieg. Mit Spannung beobachten Experten deshalb Trumps Rhetorik, die sich jüngst von harschen Worten wegzubewegen schien. Am Dienstag etwa hatte er Nordkorea in relativ sanfter Weise aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und "einen Deal zu machen", der gut für das nordkoreanische Volk und die Welt sei.

Proteste für Trump - und gegen ihn

In Sichtweite der weiträumig abgeschirmten Nationalversammlung gingen zahlreiche Menschen für und gegen Trump auf die Straße. Dabei kam es zu einzelnen Handgreiflichkeiten zwischen den Gruppen auf beiden Seiten. Tausende Bereitschaftspolizisten waren im Einsatz. 

"Halt' den Mund und hau ab!" und "No Trump, No war!" stand auf Plakaten der Trump-Gegner. Sie riefen zu einem Friedensvertrag mit Nordkorea auf. Die Teilnehmer der Gegendemonstrationen waren stark in der Überzahl. Viele hielten Flaggen der USA und Südkoreas sowie Plakate wie "Republik Korea-USA, wasserdichte Allianz" hoch, um ihre Unterstützung für das bilaterale Bündnis zu zeigen.

Besuch der demilitarisierten Zone scheitert am Wetter 

Am Morgen war Trump wegen schlechten Wetters mit dem Versuch gescheitert, unangekündigt in die demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Süd- und Nordkorea zu fliegen. Der US-Präsident war nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders nur noch fünf Minuten von dem Gebiet entfernt gewesen, bevor dichter Nebel die Hubschrauber zum Umkehren gezwungen habe. Der Präsident habe eine Stunde lang in seinem Wagen auf besseres Wetter gehofft. Dann kehrte seine Kolonne nach Seoul zurück. "Ich denke, dass er sehr enttäuscht ist", sagte Sanders.

Der Flug sei aus Sicherheitsgründen geheimgehalten worden, hieß es. Trump wollte das schwer gesicherte Gebiet gemeinsam mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae In besuchen. Moon wartete bereits in der DMZ. Es wäre das erste Mal gewesen, dass die Präsidenten der USA und Südkoreas die demilitarisierte Zone besucht hätten.

(wer/dpa/AFP/Ap)
 
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