| 21.19 Uhr

Persönliche Attacke auf Twitter
Trump verhöhnt kritische Journalistin als "verrückte Mika"

Donald Trump beleidigt MSNBC-TV-Moderatorin Mika Brzezinski
US-Präsident Donald Trump. FOTO: rtr, /wy
Washington. Kritiker sprechen von seinem bisher schlimmsten Tweet: Donald Trump hat eine Journalistin persönlich angegriffen und beleidigt. Der US-Präsident vergelte nur Feuer mit Feuer, sagt seine Sprecherin.

Donald Trump hat mit einer beleidigenden Attacke auf eine MSNBC-TV-Moderatorin einen Proteststurm ausgelöst, der selbst für die politisch hitzigen Zeiten in den USA ungewöhnlich ist. Der US-Präsident hatte am Donnerstag getwittert, Mika Brzezinski habe ihn in seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Er beschrieb sie als "verrückte Mika", ihren Moderations- und Lebenspartner Joe Scarborough als "Psychopathen". 

Trumps Wutanfall in den Morgenstunden war durch die Sendung "Morning Joe" des Senders MSNBC ausgelöst worden, die von Joe Scarborough und Mika Brzezinski moderiert wird. Brzezinski äußerte dort am Donnerstag harsche Kritik an Trumps Führungsstil und warf ihm "nicht normales Verhalten" vor, das Zweifel an seinem mentalen Zustand aufwerfe. Trump schlug daraufhin mittels zwei Kurzbotschaften im Internetdienst Twitter wild zurück.

Nicht nur in sozialen Medien löste der Angriff eine Welle wütender Proteste aus. Viele nannten Trumps Einlassung seinen bisher schlimmsten Tweet, er sei ein Sexist. Selbst für Trump seien solche Äußerungen "schockierend", schrieb der Fernsehsender CNN. Auch republikanische Parlamentarier bezeichneten den Ausfall als eines Präsidenten unwürdig.

Die MSNBC-TV-Moderatorin Mika Brzezinski (Archiv). FOTO: ap

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, nannte Trumps Attacke im Tonfall "unangemessen". Deutlicher wurden andere Parteikollegen des Präsidenten. Senator Lindsey Graham twitterte: "Mr. President, Ihr Tweet war des Amtes unwürdig, und steht für das, was in der amerikanischen Politik falsch läuft." Senator Ben Sasse appellierte an den Präsidenten: "Bitte hören sie auf. Das ist nicht normal und ist unterhalb der Würde Ihres Amtes." 

"Trump ist schlau, hart und ein Kämpfer"

Die beiden Moderatoren der viel gesehenen MSNBC-Sendung "Morning Joe" begleiten Trump sehr kritisch, früher war die Beziehung ambivalenter. "Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, jemanden zu drangsalieren, zu lügen und läppische persönliche Attacken auszuspeien, statt seine Arbeit zu machen", teilte MSNBC mit. Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht.

Das Weiße Haus sah keinen Anlass, etwas von den Attacken zurückzunehmen. "Das amerikanische Volk hat jemanden gewählt, der schlau, hart und ein Kämpfer ist. Und das ist Donald Trump", sagte die Sprecherin des US-Präsidenten, Sarah Sanders. "Es kann für niemanden eine Überraschung sein, dass er Feuer mit Feuer bekämpft. Wenn ihn linke Medien attackieren, wird er sich nicht zurücklehnen." Die Sprecherin von Trumps Frau Melania verlautbarte, die First Lady habe immer gesagt, werde ihr Mann attackiert, schlage er zehn Mal so hart zurück.

CNN-Reporter veröffentlichten auf Twitter ein Foto von Brezinski, das sie an dem Datum zeigen soll, zu dem Trump sie aufs Korn nahm. Sie hat dort weder Pflaster noch Wunden.

(wer/dpa/AFP)
 
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