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Kabinett des künftigen US-Präsidenten
Trump nominiert Öl-Manager Tillerson als Außenminister

Donald Trump nominiert Rex Tillerson als US-Außenminister
2013 erhielt Tillerson von Putin den Orden der Freundschaft. FOTO: dpa, adb msb ase hjb
New York. Der Geschäftsführer des Mineralölkonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, soll neuer Außenminister der USA werden. Das bestätigte der designierte US-Präsident Donald Trump am Dienstagmorgen in einer Mitteilung. Tillerson verfügt über keine politische Erfahrung.

Trump bezeichnete Tillerson als einen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt. Der 64-Jährige Texaner steht seit 2006 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze von ExxonMobil. Er arbeitet seit Jahrzehnten für den Mineralölkonzern, der einen Umsatz von etwa 300 Milliarden US-Dollar (gut 280 Milliarden Euro) macht.

Einen Außenminister wie Rex Tillerson hatten die USA wohl noch nie: Er ist ein Chefdiplomaten ohne politische Erfahrung. Dafür verfügt der Texaner als Chef des weltgrößten Mobilölkonzern über weltweite Geschäftskontakte. Donald Trump nennt das einen der größten Vorteile Tillersons.

Enge Verbindungen zu Russland

Einige der engsten Verbindungen hat Tillerson nach Russland, mit Präsident Wladimir Putin versteht er sich auch persönlich gut. 2013 zeichnete Putin ihn mit einem Orden der Freundschaft aus. Nach Einschätzung des Think Tanks CSIS, in dessen Vorstand Tillerson sitzt, hat er vermutlich mehr persönlichen Austausch mit Putin als jeder andere Amerikaner. Er hält ausdrücklich nichts von Sanktionen gegen Moskau.

Kritiker sehen in Tillersons Nominierung einen besonders schweren Fall drohender Interessenkonflikte. Exxon ist auf allen Kontinenten unterwegs und unterhält Operationen in mehreren Dutzend Ländern. Die "New York Times" zitiert Energieexperten, wonach Tillerson sich besonders auskenne mit Angola, Argentinien, Kanada, Mexiko, Nigeria und Katar.

Viele Positionen unklar

Sachpolitisch scheint Tillerson nicht leicht einzuordnen. Als CEO von Exxon vertritt er einerseits vehement die Interessen der fossilen Energieindustrie, erkennt aber den Klimawandel als echt und ernst an. Angeblich ist Tillerson kein Befürworter eines Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Positionen zu Syrien, zu Nahost, dem internationalen Terrorismus oder dem Verhältnis zu China sind nicht hinterlegt.

Der Multimillionär wird als sehr konservativ beschrieben. Andererseits hat er als jahrelanger Präsident der Pfadfinder die Organisation für homosexuelle junge Mitglieder geöffnet. Er ist verheiratet, das Paar hat vier Kinder. Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs unterstützte Tillerson Jeb Bush.

(mre/dpa)
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