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Präsident trifft Präsident
Ist Erdogan noch besser als Trump?

Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan: Wer ist besser?
US-Präsident Donald Trump (links) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan FOTO: Boris Roessler
Düsseldorf. Am Dienstagabend hat US-Präsident Trump den türkischen Präsidenten Erdogan empfangen. Wir haben die beiden lupenreinen Demokraten miteinander verglichen. Von Sebastian Dalkowski

Herkunft

Klarer Punktsieg für Donald Trump: Er wuchs als Sohn des schwerreichen New Yorker Immobilienunternehmers Fred C. Trump auf. Erdogan hingegen ist bloß Sohn eines Seemanns und verbrachte seine ersten Lebensjahre nicht sonderlich luxuriös im Istanbuler Hafenviertel. Dafür muss er sich keine Vorwürfe gefallen lassen, dass er es ohne seinen Vater nie zu etwas gebracht hätte.

Machtfülle

Als Präsident des mächtigsten Landes der Welt fällt Trump ein großer Teil dieser Macht zu. Allerdings können sich ihm theoretisch so lästige Institutionen wie der Kongress und aufsässige Richter entgegenstellen. Trumps Pläne, die USA vor Muslimen abzuschotten, sind jedenfalls vorerst gescheitert. Immerhin konnte ihn niemand von der Entlassung des FBI-Chefs abhalten. Erdogan fällt das Regieren leichter. Nicht nur, weil sich sein Land im Ausnahmezustand befindet – wenn die neue Verfassung in Kraft tritt und er erneut zum Präsidenten gewählt wird, ist er auf dem besten Weg zur Alleinherrschaft.

Verhältnis zur Presse

Demonstranten vor der türkischen Botschaft in Berlin FOTO: Gregor Fischer

Freie Berichterstattung ist für beide Präsidenten ein überflüssiges Übel, das sie auf verschiedene Arten versuchen zu bekämpfen. Donald Trump hat es da vergleichsweise schwer. Weil in den USA die Meinungsfreiheit unglücklicherweise zu den am stärksten geschützten Gütern gehört, versucht er, alle ihm nicht genehmen Artikel als fake news abzustempeln. Die New York Times und CNN beleidigt er regelmäßig in seinen Tweets. Neidisch wird er auf Erdogan schauen, der kritische Journalisten spätestens nach dem gescheiterten Putschversuch einfach einsperren lassen und ganze Redaktionen schließen kann – dem Ausnahmezustand sei Dank. Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel sitzt seit Februar in Haft.

Feinde

Lässt sich bei beiden einfach auf den Punkt bringen: Alle, die nicht für sie sind.

Eigenheim

Der Trump Tower in New York FOTO: Joana Toro

Donald Trump hat in seinem Leben den ein oder anderen Bau veranlasst. Sein früherer Wohnsitz ist der Trump Tower, ein 202 Meter hoher Wolkenkratzer mit 58 Etagen in New York. Aus beruflichen Gründen musste er allerdings schweren Herzens ins Weiße Haus nach Washington ziehen. Das hat bloß 132 Zimmer.

Das Heim des türkischen Präsidenten FOTO: dpa

Damit wird er Erdogan nicht beeindrucken. Der konnte an seinen Präsidentenpalast noch selbst Hand anlegen. Als Ministerpräsident ließ er das Gebäude zunächst als neues Ministerpräsidentenamt planen. Doch als er 2014 zum Präsidenten gewählt wurde, entschied er sich um und machte den Protzbau zu seinem Amtssitz. Der hat circa 40.000 Quadratmeter und 1000 Zimmer und soll fast 500 Millionen Euro gekostet haben.

Ehefrau

Melania Trump, Donald Trumps dritte Ehefrau FOTO: dpa, msc vfd hjb

Donald Trump hat sich die Sache mit dem Bund fürs Leben mehrfach anders überlegt. Melania ist bereits seine dritte Ehefrau und 24 Jahre jünger. Früher arbeitete sie als Model und ließ sich gelegentlich nackt fotografieren. Das wäre für Emine Erdogan undenkbar. Die türkische Präsidentengattin, nur ein Jahr jünger als ihr Mann, trägt in der Öffentlichkeit gerne Kopftuch und einen langen Mantel. Mit ihr hat Erdogan gleich die richtige erwischt, sie sind seit 1978 verheiratet. Glückwunsch!

Emine Erdogan, Ehefrau des türkischen Präsidenten FOTO: dpa, sdt ase

Hobbys

Strenggenommen betreibt Donald Trump schon seine Präsidentschaft als lockeres Hobby, das er zwischen seinen Wochenendurlauben ausübt. Lieber noch hängt er allerdings auf dem Golfplatz herum. Das wäre nichts für Erdogan, der sich bevorzugt volksnah gibt. Deshalb lässt er sich lieber beim Fußballspielen fotografieren. 2014 wurde er beim Einweihungsspiel einen Fußballstadions eingewechselt und machte unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen aus einem 0:3 durch einen Hattrick noch ein 3:3.

Haare

Donald Trumps Markenzeichen ist das betonierte Blond auf seinem Kopf. Da kann Erdogans hohe Stirn nicht gegenhalten. Auch sein Versuch eines Schnurrbarts darf man getrost als gescheitert bezeichnen. Der Grund für die vielen Hitler-Vergleiche ist der Bart jedenfalls nicht.

 
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