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Wieder Wirbel um US-Präsidenten
Trump verbreitet Videos rechtsextremer Britin bei Twitter

Donald Trump: US-Präsident verbreitet Anti-Islam-Videos von Britin
US-Präsident Donald Trump spricht mit Reportern im Weißen Haus in Washington. FOTO: rtr, JE/KTS
Washington. Die britische Rechtsextremistin Jayda Fransen veröffentlicht auf ihrer Twitter-Seite Hetz-Videos gegen Muslime. Aus den USA erhält sie nun Unterstützung: Präsident Donald Trump teilte ihre Videos.

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch auf seinem Twitter-Kanal eine Reihe von islamfeindlichen Videos verbreitet. Trump teilte die Aufnahmen, die von der rechtsgerichteten britischen Politikerin Jayda Fransen gepostet wurden, ohne sie zu kommentieren. Fransen ist stellvertretende Vorsitzende der Organisation Britain First.

"Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, hat drei Twittervideos der stellvertretenden Vorsitzenden Jayda Fransen retweeted!", schrieb Fransen. "Donald Trump hat diese Videos retweetet und rund 40 Millionen Follower! Gott segne Trump! Gott segne Amerika!"

Trump "retweetet" drei Anti-Islam-Videos

Ein Video, das Trump auf seinem Profil geteilt hat, trägt den Titel "Islamistischer Mob stößt Jugendlichen vom Dach und erschlägt ihn". Zu sehen ist eine Szene aus Alexandria aus dem Jahr 2013. Eine Gruppe von mutmaßlichen Muslimbrüdern stoßen einen jungen Mann von einem Hausdach.

Das Video "Muslim zerstört Statue der Jungfrau Maria" wurde angeblich in Syrien aufgenommen und zeigt einen Islamisten, der eine Maria-Statur auf den Boden wirft.

 "Muslimischer Migrant schlägt niederländischen Jungen mit Krücken" ist das dritte Video das Trump teilt. Es zeigt den Angriff auf einen Jugendlichen. Angeblich soll es sich dabei um einen Übergriff eines jungen Muslims auf einen niederländischen Mann im Ort Monnickendam handeln. Die Authentizität der Filme ist nicht belegt, in Teilen wirken sie gestellt.

"Bitte stoppen Sie diesen Irrsinn"

Der US-Präsident will Muslimen aus bestimmten Ländern die Einreise in die USA verweigern. Britain First will nach eigenen Angaben christliche Werte in Großbritannien verteidigen, konnte aber bei Kommunalwahlen keine nennenswerten Erfolge erzielen. Fransen wurde in der Vergangenheit wegen religiös motivierter Belästigung verurteilt, weil sie eine Frau mit Kopftuch beleidigte.

Der britische Autor und Reporter Piers Morgan kritisierte die Tweets des US-Präsidenten. Er sprach von "unbestätigten Videos von Britain First, einer Horde widerlich rassistischer Rechtsextremer". "Bitte stoppen Sie diesen Irrsinn und nehmen Sie diese Retweets zurück."

(laha/ap/dpa)
 
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