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Donald Trump wehrt sich
"Leben wir hier in Nazi-Deutschland?"

Donald Trumps erste Pressekonferenz nach der Wahl
Donald Trumps erste Pressekonferenz nach der Wahl FOTO: ap, JJ
Washington . Die Informationen sollen äußerst delikat sein, bestätigt ist jedoch nichts: Laut Medieninformationen liegt US-Geheimdiensten Material vor, mit dem der künftige US-Präsident Donald Trump offenbar erpressbar gemacht werden sollte. Es geht um Sex und Geschäfte. Jetzt keilt Trump zurück – natürlich über Twitter.

Die Informationen, deren Wahrheitsgehalt nicht bestätigt ist, seien von russischen Geheimdiensten und Regierungsstellen gewonnen worden. Ein ehemaliger britischer Agent des Auslandsgeheimdienstes MI6 soll sie im Auftrag von Trumps parteiinternen Rivalen bei den Republikanern und später des Clinton-Lagers zusammengetragen haben, berichteten unter anderem CNN, "New York Times" und "Guardian".

Die US-Geheimdienste hätten das Material zunächst als "nicht substanziell" eingestuft. Sowohl Trump selbst als auch Amtsinhaber Barack Obama seien informiert worden. Trump twitterte am Dienstagabend: "Falschinformationen - eine totale politische Hexenjagd." Seine Beraterin Kellyanne Conway sagte im Sender CNN: "Die Berichte nennen keine Quellen, nichts ist bestätigt."

"Buzzfeed.com" hat den Bericht nach eigenen Angaben vorliegen und veröffentlicht. Die Seite unterstreicht allerdings, dass die Echtheit der Unterlagen nicht verifiziert werden kann.

Trump äußerte sich am Mittwoch mehrfach bei Twitter zu dem Bericht. Unter anderem schrieb er, dass Russland nie Einfluss auf ihn gehabt habe. Außerdem kritisierte er Buzzfeed und die Geheimdienste und holte gleich zum Vergleich mit der Nazi-Diktatur in Deutschland aus. Der Geheimdienst hätte es nie dazu kommen lassen, dass solche "fake News" an die Öffentlichkeit gelangen. Es sei der Versuch eines letzten Schusses gegen ihn. "Leben wir hier in Nazi-Deutschland?", fragte Trump in dem Tweet.

Sex-Vorwürfe beziehen sich auf russische Prostitutierte

Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident FOTO: afp, so

In den von den USA als nicht stichhaltig eingestuften Memos, über die es eine zweiseitige Zusammenfassung bei den US-Geheimdiensten geben soll, geht es nach Informationen der "New York Times" um Sexvorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013. Ferner sollen Informationen zu Trumps Geschäftsbeziehungen nach Russland enthalten sein. Das Dokument datiert den Berichten zufolge vom 20. Juni 2016.

Trump sei von russischer Seite über Jahre mit guten Geschäften gelockt worden. "Bisher hat Trump alle Verlockungen zurückgewiesen", heißt es in dem Bericht. Es heißt aber auch: Der russische Geheimdienst FSB sei zu der Auffassung gelangt, Trump sei ausreichend kompromittiert worden, um eine Erpressung zu ermöglichen. Unter anderem soll der FSB Trump Sexfallen gestellt haben, in die er getappt sein soll.

FBI-Direktor James Comey nahm zu dem Thema am Dienstag vor einem Senatsausschuss keine Stellung. Er könne nicht zu laufenden Ermittlungen sprechen. Nach Medieninformationen sollen in Russland auch Informationen über Hillary Clinton gesammelt worden sein.

Kreml dementiert

Am Mittwochmorgen hat der Kreml die US-Medienberichte zurückgewiesen, wonach Moskau im Besitz brisanter Informationen über das Privatleben und die Finanzen Trumps sein soll. Russland besitze keine kompromittierenden Dokumente zu Trump, sagte ein Kremlsprecher am Mittwoch. Es handele sich um Falschinformationen mit dem Ziel, den Beziehungen Russlands zu den USA zu schaden.

(felt/dpa/AFP)
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