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US-Wahlkampf
Trump verhöhnt US-Senator John McCain

Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident
Donald Trump: Tycoon, Unternehmer, Präsident FOTO: afp, so
Ames. In den Reihen der Republikaner geht es im Moment heiß her: Nachdem sich John McCain zuletzt abfällig über seinen Mitbewerber Donald Trump geäußert hatte, folgte nun die Retourkutsche. Der Milliardär machte sich über den Veteranenstatus seines Kontrahenten lustig.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat mit höhnischen Äußerungen über den prominenten US-Senator John McCain eine neue Kontroverse entfacht. McCain sei nur ein Kriegsheld, weil er im Vietnamkrieg gefangen genommen worden sei, sagte Trump bei einem Treffen sozialkonservativer Evangelikaler in der Kleinstadt Ames in Iowa.

Hintergrund war McCains Kritik an seinen abfälligen Äußerungen über mexikanische Einwanderer, die Trump vor kurzem als "Vergewaltiger" und Kriminelle" bezeichnet hatte. Daraufhin hatte er zurückgeschossen und McCain "ein Dummerchen" genannt, das in der Navy-Akademie am schlechtesten abgeschnitten hatte.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

Trump legte am Samstag bei der religiösen Tagung Family Leadership in Ames nach, als der Moderator McCain als Kriegshelden würdigte. Der heute 78-Jährige diente im Vietnamkrieg als Navy-Pilot, wurde abgeschossen und geriet für über fünf Jahre in Kriegsgefangenschaft.

Dazu sagte Trump, McCain "ist ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden." Prompt quittierte das Publikum seine Worte mit Buh-Rufen.

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Bei einer anschließenden Pressekonferenz entschuldigte sich Trump nicht für seinen Kommentar, bemühte sich aber um eine Klarstellung. "Wenn eine Person gefangen genommen wird, ist sie aus meiner Sicht ein Kriegsheld. Ich mag John McCains Arbeit im Senat nicht, weil er sich nicht um unsere Veteranen kümmert."

Er selbst habe den Militärdienst im Vietnamkrieg mit ärztlichen Attesten und studentischen Verpflichtungen umgangen, sagte Trump zunächst. Dann fügte er hinzu, er habe nicht gedient, weil "ich kein großer Fan vom Vietnam-Krieg war." Aber ein Anti-Kriegs-Protestler sei er auch nicht gewesen.

Trumps Konkurrenten im Ringen um die Kandidatenkür der Republikaner äußerten scharfe Kritik an dessen Kritik an McCain. Seine Worte zeigten nur, dass Trump für das Amt des Oberkommandierenden nicht geeignet sei, sagte der frühere Gouverneur von Texas, Rick Perry. Jeb Bush twitterte: "Genug der beleidigenden Attacken. @SenJohnMcCAin und alle unsere Veteranen – vor allem die Kriegsveteranen – haben unseren Respekt und unsere Bewunderung verdient."

(ap)
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