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Beleidigende Tweets
Trump rechtfertigt seine Wutausbrüche als "modern präsidial"

Donald Trump verteidigt seine Twitter-Tiraden gegen Kritiker
US-Präsident Donald Trump (Archiv). FOTO: dpa, CK abl
Washington. Selbst aus den eigenen Reihen wird Donald Trump für seine Tweets über zwei Journalisten kritisiert. Der US-Präsident reagiert – und erinnert seine Kritiker daran, wie er die Wahl gewonnen hat.

US-Präsident Donald Trump hat erneut mehrere Breitseiten gegen die Medien abgefeuert. "Die Fake-Medien versuchen uns zum Schweigen zu bringen, aber das werden wir ihnen nicht erlauben", sagte er am Samstag auf einer Veranstaltung zu Ehren von Kriegsveteranen in Washington. Sie hätten versucht, ihn daran zu hindern, ins Weiße Haus einzuziehen. "Aber ich bin Präsident – und sie nicht." 

Den Medien unterstellte er eine Kampagne gegen ihn. Journalisten arbeiteten hart daran, die Republikaner und andere davon zu überzeugen, dass er Twitter und andere soziale Medien nicht nutzen solle, schrieb der US-Präsident auf Twitter. "Aber erinnert euch, ich gewann die Wahl 2016 mit Interviews, Reden und sozialen Medien. Ich musste die Fake News schlagen und das tat ich." Seine Twitter-Nutzung sei nicht "präsidial", sondern "modern präsidial", fügte Trump hinzu.

Ungeachtet von Mahnungen aus seiner eigenen Partei hatte Trump zuvor seine beleidigenden Angriffe auf zwei Journalisten fortgesetzt. "Der verrückte Joe Scarborough und die strohdumme Mika sind keine schlechten Leute, aber ihre Sendung mit den niedrigen Einschaltquoten wird von ihren NBC-Bossen dominiert. Zu schade!" schrieb Trump bei Twitter über die Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski.

Wutausbruch auf Twitter

Die Moderatoren der Sendung "Morning Joe" beim Sender MSNBC hatten Trump in den vergangenen Monaten wegen seines Verhaltens und Führungsstils immer wieder scharf kritisiert. Der Präsident reagierte darauf am Donnerstag mit einem Wutausbruch auf Twitter, in dem er Scarborough als "Psycho-Joe" schmähte, vor allem aber über Brzezinski herfiel. Er beschimpfte sie als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ". Auch behauptete er, die Journalistin habe nach einer Schönheits-OP "schlimm" im Gesicht geblutet.

Die Attacke des Präsidenten auf Aussehen und Intelligenz der Journalistin wurde nicht nur in den Medien, sondern auch im Kongress heftig kritisiert. Auch Parlamentarier von Trumps Republikanischer Partei kritisierten, Trumps Äußerungen seien eines US-Präsidenten unwürdig.

Die beiden Moderatoren hatten nach Trumps Ausfällen dessen Eignung für das Amt des US-Präsidenten sowie seinen Geisteszustand in Zweifel gezogen. Beide beschuldigten Trump zudem, er habe sie mit Drohanrufen seiner Mitarbeiter unter Druck zu setzen versucht.

(wer/dpa/AFP)
 
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