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Donald Trump zu Gast beim Papst
Mister Orange trifft Mister White

Präsident trifft Papst: Donald Trump zu Besuch im Vatikan
Rom. Papst Franziskus hat US-Präsident Donald Trump zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Dabei sprachen die beiden privat miteinander und tauschten Geschenke aus. Im Vorfeld des Besuchs hatte es Proteste gegeben. 

Das erste Treffen Trumps mit dem Papst war mit großer Spannung erwartet worden - zu groß schienen die persönlichen und politischen Differenzen. So waren die beiden im vergangenen Jahr unter anderem wegen des Umgangs mit Flüchtlingen aneinandergeraten. Der Papst hatte Trumps Wahlkampfversprechen kritisiert, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen und muslimische Einwanderer und Flüchtlinge zurückzuweisen.

Nach der halbstündigen Audienz wurden jedoch versöhnliche Töne angeschlagen. Einzelheiten zum Inhalt des Gesprächs sind bisher nicht bekannt. Zum Abschied tauschten sie Geschenke aus. Franziskus überreichte dem Präsidenten Ausgaben seiner drei wichtigsten Lehrschreiben sowie eine Friedensmedaille, Trump hatte Bücher des Pastors und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King dabei.

Als eine "große Ehre" hatte der US-Präsident die Audienz, die Teil seiner ersten Auslandsreise ist, im Vorfeld bezeichnet. Und auch danach zeigte er sich glücklich über das Gespräch: "Danke, danke, ich werde nicht vergessen, was Sie gesagt haben", sagte Trump.

Donald Trump trifft Papst Franziskus in Rom FOTO: ap, EV

Kurzbesuch in Rom 

First Lady Melania Trump hatte anders als beim Eintreffen in Saudi-Arabien ihre Haare bedeckt. Auch Trumps Tochter Ivanka trug entsprechend dem vatikanischen Protokoll eine Kopfbedeckung. Der US-Delegation gehörte auch Jared Kushner an, Ivanka Trumps Ehemann und enger Berater ihres Vaters.

Nach der Audienz war Papst Franziskus gegenüber Melania Trump dann sogar zu Scherzen aufgelegt. So witzelte der 80-jährige Pontifex über die Essgewohnheiten ihres Mannes: "Was geben Sie ihm zu essen?", übersetzte ein Dolmetscher. "Pizza", antwortete die First Lady. 

Anschließend besichtigten der US-Präsident und seine Delegation die berühmte Sixtinische Kapelle und bekamen eine exklusive Führung durch den Petersdom. Das waren die einzigen kulturellen Programmpunkte während des rund 20-stündigen Aufenthalts Trumps in Rom. Schon am Nachmittag reist er nach Brüssel zum Nato-Gipfel weiter. 

Proteste im Vorfeld

Vor dem Besuch Trumps in Rom hatte es in der italienischen Hauptstadt Proteste gegeben. So demonstrierte am Dienstag eine kleinere Gruppe Menschen gegen die Politik des US-Präsidenten.

Zudem richtete die Umweltorganisation Greenpeace eine Botschaft an Trump. Den Aktivisten gelang es trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen rund um den Vatikan, die Kuppel des Petersdoms mit der Aufschrift "Planet Earth First" anzustrahlen. Dies sei eine Anspielung auf Trumps Motto "America First", hieß es in einer Mitteilung von Greenpeace Italien. Der Klimaschutz müsse oberste Priorität haben.

(kess/ap/dpa)
 
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