In Tibets Hauptstadt Lhasa: Dutzende Mönche protestieren bei Journalisten-Visite
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008 - 05:59Peking (RPO). 26 ausgewählte Journalisten bereisen derzeit die tibetische Hauptstadt Lhasa. Ihre Reise wird von chinesischer Seite streng überwacht. Trotzdem kam am Rande des Besuchs zu Protestkundgebungen von Mönchen. Die Tibeter unterbrachen die Rede eines Regierungsvertreters und erklärten, er sei ein Lügner.
Wie mehrere Medien und ein Augenzeuge berichteten, brachten die Mönche im Jokhang-Tempel ihre Unterstützung für das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, zum Ausdruck. Sie riefen Slogans zur Unterstützung des Dalai Lama.
In Lhasa war nach den Berichten mehrerer Journalisten noch immer Brandgeruch wahrzunehmen. Zu der von den Behörden zusammengestellten Delegation gehörten Journalisten des "Wall Street Journal", der "Financial Times", der Tageszeitung "USA Today", des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira und der Nachrichtenagentur AP. Die Nachrichtenagentur AFP und mehrere andere wichtige Medien wurden nicht zugelassen. Die chinesischen Behörden verwiesen zur Begründung auf logistische Probleme. Die Delegation traf am Mittwoch zu einem dreitägigen Aufenthalt in Lhasa ein. Sie wurde von chinesischen Behördenvertretern eng überwacht.
Nach den amtlichen chinesischen Darstellungen wurden bei den Protesten 20 Menschen von Tibetern getötet, davon 19 in Lhasa. Tibetische Exil-Vertreter sprechen von 135 bis 140 Toten durch die Niederschlagung der Proteste seitens der chinesischen Sicherheitskräfte.
"Der Geruch verbrennender Gebäude liegt noch immer in der Luft", berichtete ein Reporter der "Financial Times" aus Lhasa. Die meisten Tibeter seien zu ängstlich, um Auskünfte zu erteilen. Ein Lehrer habe jedoch gesagt "Bitte, helft uns!", berichtete der Reporter weiter. Die Journalisten wurden von chinesischen Offiziellen aufgefordert, in der Gruppe zusammenzubleiben, weil es "hier immer noch nicht sicher ist".
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