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Barack Obama Panorama im Grünen
  Foto: AFP, AFP
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Obama warnt vor Koranverbrennung: "Eine Goldgrube für Al Qaida"

zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 18:41

Washington (RPO). Radikale Islamisten erhalten nach den Worten von US-Präsident Barack Obama durch die von einer Christengruppe geplante Koran-Verbrennung massiven Zulauf. "Das ist eine Rekrutierungs-Goldgrube für die Al Qaida", sagte Obama am Donnerstag dem Sender ABC. Für Samstag hat ein zweiter Geistlicher eine Koranverbrennung angekündigt.

"Ich hoffe, er versteht, dass das, was er machen will, unseren Werten als Amerikaner völlig widerspricht", sagte Obama. "Dieses Land ist aufgebaut worden auf den Gedanken der Freiheit und der religiösen Toleranz." Und er wolle Jones auch darauf hinweisen, dass diese Aktion "unsere jungen Männer und Frauen in Uniform in große Gefahr bringt." Das sei eine riesige Werbeaktion für Al-Kaida. In Ländern wie Pakistan und Afghanistan könne es zu größeren Gewalttaten kommen.

Derweil hat ein zweiter US-Geistlicher für Samstag eine Koranverbrennung angekündigt. Reverend Bob Old, ein früherer Baptisten-Pastor und derzeit Leiter einer evangelikalen Gruppe namens Disciples of Christ (Jünger Christi) im Bundesstaat Tennessee, teilte mit, er werde zum Jahrestag der Terroranschläge des 11. September auf seinem Grundstück eine Ausgabe des Koran verbrennen und ein Video davon ins Internet stellen. "Wenn die ihre Religion haben wollen, sollen sie sie anderswo haben", zitiert die Tageszeitung "The Tennessean" (Onlineausgabe) den Mann. Lokale Religionsvertreter verurteilten das Vorhaben.

Auf der Website seiner Gemeinde in Florida predigt terry Jones wider den Islam. Foto: AFP, AFP

Proteste von Muslimen bleiben friedlich

Proteste von Muslimen in Asien und auf der arabischen Halbinsel gegen die für Samstag geplante Koranverbrennung blieben am Donnerstag friedlich. In der pakistanischen Stadt Multan verbrannten rund 200 Anwälte und Bürgerrechtler eine amerikanische Flagge. Die Demonstranten in Multan warnten auf einem Transparent: "Wenn der Koran verbrannt wird, dann ist das der Anfang von der Zerstörung Amerikas." In Sprechchören hieß es "Nieder mit Amerika".

Die Regierung des Golfemirats Bahrain sprach von einer "schändlichen Tat, die mit den Prinzipien von Toleranz und Koexistenz unvereinbar ist". In Bahrain ist die Fünfte US-Flotte stationiert. Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono wandte sich in einem Brief an US-Präsident Barack Obama und rief ihn auf, die Verbrennung zu verhindern.

Die US-Regierung befürchtet, dass die Aktion in muslimischen Ländern zu Ausschreitungen führt. Die evangelikale Kirchengemeinde - das Dove World Outreach Center in Gainesville - die die den Muslimen heiligen Bücher am Jahrestag der von der Al-Kaida verübten Terroranschläge von New York und Washington verbrennen will, ließ sich davon bisher auch nicht von Außenministerin Hillary Clinton und US-Generälen abbringen, die warnten, diese Aktion gefährde amerikanische Soldaten, Diplomaten und Reisende.

US-Botschaften überprüfen Sicherheit

US-Botschaften in aller Welt überprüfen auf Anweisung des Außenministeriums in Washington angesichts der angekündigten Koranverbrennung ihre Sicherheitsmaßnahmen. Darüber hinaus sollten in Ländern, in denen antiamerikanische Proteste zu erwarten sind, Warnhinweise an US-Bürger ausgegeben werden.

Die Behörden in Gainesville in Florida teilten mit, die Feuerwehr habe Sektenführer Jones eine Genehmigung für das Entzünden des Feuers verweigert. Jones will an dem Vorhaben aber festhalten, mit oder ohne Genehmigung der Stadt. Rechtsexperten erklärten, der Oberste Gerichtshof der USA habe in seinen Urteilen schon klar gemacht, dass eine auch noch so abweichende Meinung, die vielleicht die Gefühle vieler Menschen verletzt, nicht unterdrückt werden darf.

Quelle: RTR/KNA/nbe

 
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