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Trump bei Gipfeltreffen mit islamischen Staaten
"Eine Schlacht zwischen Gut und Böse"

Trump in Saudi-Arabien: Ausschnitte aus seiner Rede zum Islam
Riad. US-Präsident Trump hat seine mit Spannung erwartete Rede zum Islam gehalten. "Unser Ziel ist eine Koalition von Nationen, die das Ziel teilen, den Extremismus auszumerzen", sagte Trump in Saudi-Arabien – und richtete sich an die Führer islamischer Staaten: "Werft die Terroristen raus!" 

Donald Trump ist am Sonntag in der saudischen Hauptstadt Riad zu einem Gipfeltreffen mit Führern islamischer Staaten zusammengekommen. Am Nachmittag hielt Trump dort seine Grundsatzrede über den Islam. "Ich fühle mich geehrt, von solch großzügigen Gastgebern empfangen worden zu sein", bedankte sich Trump bei König Salman. "Ihr Vater wäre sehr stolz, dass Sie die Kooperation mit den Vereinigten Staaten wieder aufleben lassen." An die Teilnehmer des Gipfels richtete Trump "warme Grüße" des amerikanischen Volks aus, er bringe eine Botschaft voller "Hoffnung und Liebe".

Im Vorfeld der US-Wahl hatte Trump den Islam heftig kritisiert und einen Einreisebann für Muslime von sechs Nationen durchsetzen wollen.

In Riad rief Trump nun die islamischen Staaten zu einem stärken Kampf gegen den Terrorismus auf. "Das ist eine Schlacht zwischen Gut und Böse", erklärte er. "Unser Ziel ist eine Koalition von Nationen, die das Ziel teilen, den Extremismus auszumerzen."

Fotos: Die Trumps besuchen Saudi-Arabien FOTO: dpa, EJV jhe OWE

Mit Gottes Hilfe könne dies gelingen, so Trump: "Wir beten, dass man sich an dieses besondere Treffen hier als Beginn des Friedens in der islamischen Welt erinnern wird." Den Terrorismus zu bekämpfen sei das erklärte Ziel der amerikanischen Regierung – Anschläge wie in Boston oder San Bernadino müssten verhindert werden. Auch Europa habe schon "unaussprechlichen Horror" ertragen müssen.

"Werft die Terroristen raus!"

Die Staaten des Nahen Ostens könnten aber nicht auf die USA warten, "um den Feind zu zerschlagen". Das Übel könne nur überwunden werden, wenn die "Kräfte des Guten vereinigt und stark sind – und wenn jeder in diesem Raum seien fairen Teil dazu beiträgt und seinen Teil der Last trägt."

Die Zahl der Terroristen werde sich weiter erhöhen, sagte Trump. Es gehe nicht um eine Schlacht zwischen verschiedenen Religionen oder Zivilisationen. "Das ist eine Schlacht zwischen barbarischen Kriminellen, die das menschliche Leben auslöschen wollen, und anständigen Menschen aller Religionen, die es beschützen wollen." Terrorismus dürfe nicht toleriert oder akzeptiert werden.

Amerika stehe für den Kampf gegen Terrorismus bereit. Die islamischen Länder forderte er auf: "Werft die Terroristen raus, werft sie aus euren Gebetshäusern, werft sie aus euren Gemeinden, werft sie aus euren Ländern!"

Das Gipfeltreffen mit "wundervollen Freunden und Verbündeten" bezeichnete Trump als historisch: "Das ist eine sehr aufregende Zeit." Bei den Treffen mit dem saudi-arabischen König Salman seien Milliardeninvestitionen beschlossen worden, durch die "Hunderte, Tausende Jobs in den USA und in Saudi-Arabien entstehen sollen.

Der Iran und Syrien wurden zu den Treffen nicht eingeladen. Beide Länder gehören nicht einer islamischen Militärallianz an, die Saudi-Arabien im Kampf gegen den Terror anführt.

König Salman will "echte Partnerschaft" mit den USA

Saudi-Arabien zufolge nehmen an dem Gipfeltreffen Vertreter von mehr als 50 islamischen Staaten teil. Auch der König Saudi-Arabiens hatte Trump bei seiner Begrüßungsrede als Freund bezeichnet. "Wir danken ihm für seine Hoffnungen in Zusammenarbeit mit der muslimischen Welt und für seinen Besuch", so König Salman.

Er hob hervor, dass Trump Saudi-Arabien für seine erste Auslandsreise gewählt hatte. Man wolle eine "echte Partnerschaft" mit den USA. "Wir müssen zusammenstehen, um die Kräfte des Bösen zu bekämpfen", so König Salman. Der Islam sei immer eine Religion des Friedens gewesen. "Eins der größten islamischen Ziele ist es, Leben zu schützen. Der Islam ist eine Religion von Frieden und Toleranz."

Das Königreich gilt als einflussreichstes Zentrum der islamischen Welt. Jedes Jahr pilgern Millionen Muslime zu den heiligen Stätten in Mekka und Medina. Obwohl die saudi-arabische Regierung den freundschaftlichen Aspekt von Trumps Besuch betont, stehen nach Ansicht von Kritikern doch klar strategische Interessen im Vordergrund. 

(vek/dpa)
 
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