Israelische Armee ist bereit: Einmarsch in den Gaza-Streifen rückt näher
zuletzt aktualisiert: 30.12.2008 - 14:02Jerusalem (RPO). Eine Bodenoffensive der israelischen Armee rückt offenbar immer näher: Die Truppen seien zu einem Einmarsch in den Gaza-Streifen bereit, ließen die Militärs verlauten. Unterdessen gehen die Luftangriffe weiter.
Die israelischen Bodentruppen sind nach Angaben der Armee zum Einmarsch in den Gazastreifen bereit. "Die Bodentruppen sind bereit", sagte eine Armeesprecherin am Dienstag in Jerusalem. Die Soldaten hätten ihre Stellungen bezogen, die Möglichkeit einer Bodenoffensive bestehe. "Im Moment jedoch greifen wir ausschließlich aus der Luft oder vom Meer aus an", sagte die Sprecherin.
Israel hatte seine Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen am Samstag begonnen und reagierte damit auf den Raketenbeschuss durch die Hamas. Ministerpräsident Ehud Olmert sagte, die israelische Offensive befinde sich derzeit in "der ersten Phase". Das Sicherheitskabinett habe grünes Licht für mehrere noch folgende Phasen der Angriffe gegeben.
Vize-Verteidigungsminister Matan Vilnai sagte, die Streitkräfte seines Landes seien auf einen mehrere Wochen andauernden Kampf eingestellt. Die Hamas verfüge noch über hunderte Raketen, werde aber täglich schwächer. "Wir wollen einen grundlegenden Wandel der Sicherheitslage im Süden Israels erreichen", sagte Vilnai.
Weitere Luftangriffe
Unterdessen hat Israel am Dienstag seine Angriffe auf Regierungsgebäude der Hamas im Gazastreifen fortgesetzt. In Gaza wurden mindestens 16 Bomben abgeworfen, wie Augenzeugen erklärten. Palästinensischen Rettungskräften zufolge wurden rund 40 Menschen verletzt. Der Offensive sind nach palästinensischen Angaben seit Samstag mindestens 364 Menschen zum Opfer gefallen. Unter den Todesopfern sind den Vereinten Nationen zufolge 62 Zivilpersonen. Rund 1.400 Menschen erlitten Verletzungen.
Bei Raketenangriffen militanter Palästinenser wurden am Montag vier Israelis getötet und acht verletzt. Die Geschoße trafen die Stadt Aschdod, die Gemeinde Nahal Os in der Wüste Negev und die Stadt Aschkelon. Nach Militärangaben war unter den Getöteten auch ein Soldat. Fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt.
Hamas soll vernichtet werden
Nach Angaben der israelischen Botschafterin bei den Vereinten Nationen will die Regierung in Jerusalem die Angriffe im Gazastreifen so lange fortsetzen, bis die Hamas vollständig vernichtet ist. Die Offensive werde andauern, bis dieses Ziel erreicht sei, sagte Gabriela Schalew am Montag in New York. Die Regierung in Jerusalem sei angesichts der internationalen Kritik an den Angriffen zwar besorgt, "aber zuallererst haben wir das Recht, uns zu verteidigen", sagte die UN-Botschafterin. "Das kommt noch vor dem Verständnis der internationalen Gemeinschaft, das wir hoffentlich bekommen."
Der Tod von Zivilpersonen sei bedauerlich, für das Blutvergießen sei aber die Hamas verantwortlich, erklärte Schalew. Die radikalislamische Organisation benutze Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde. "Schuld ist nur die Hamas", sagte die Botschafterin. Eine Wiederaufnahme des in den vergangenen Monaten gültigen, aber brüchigen Waffenstillstandes komme für Israel nicht infrage. Die Hamas müsse sich verpflichten, "keine Raketen mehr abzufeuern und nicht mehr auf israelische Bürger zu schießen".
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