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Einsatz am Hindukusch
Nato-Militärs fordern mehr Truppen für Afghanistan

Einsatz am Hindukusch - Nato-Militärs fordern mehr Truppen für Afghanistan
Unser Archivbild zeigt einen deutschen Soldaten in Afghanistan im Jahr 2013. FOTO: dpa, Maurizio Gambarini
Berlin. Die Große Koalition muss sich wenige Monate vor der Bundestagswahl mit der Frage auseinandersetzen, ob Deutschland zusätzliche Truppen nach Afghanistan entsendet. Grund dafür ist ein Aufruf von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Das  Bündnis erwartet eine schnelle Entscheidung.

Deutschland und die anderen Nato-Staaten sehen sich mit Forderungen nach zusätzlichen Truppen für Afghanistan konfrontiert. Aus militärischer Sicht brauche es für den Bündniseinsatz am Hindukusch einige Tausend Soldaten mehr, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in London. Es müsse verhindert werden, dass "Afghanistan wieder zum "sicheren Zufluchtsort für internationale Terroristen" werde. Eine politische Entscheidung solle bereits in den kommenden Wochen getroffen werden.

Ob die Bundesregierung bereit sein könnte, noch mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken, blieb zunächst unklar. Die jährliche Evaluierung der Mission in Afghanistan laufe gerade, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Es gebe dabei Vorschläge, "hier und da bestehende Lücken beim Einsatz von Ressourcen und Mitteln aufzufüllen". Man werde nun gemeinsam überlegen, was das bedeute.

Stoltenberg und Merkel sprechen über den Einsatz

Um den Afghanistan-Einsatz soll es an diesem Donnerstag auch bei einem Treffen von Stoltenberg mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin gehen. In großer Runde soll dann beim Nato-Gipfel am 25. Mai in Brüssel beraten werden.

US-Generäle werben seit Monaten um mehr Soldaten in Afghanistan. Hintergrund ist das schnelle Erstarken der radikalislamischen Taliban. Die afghanische Regierung kontrolliert nach Militärangaben nur noch 60 Prozent des Landes. Die afghanische Armee ist überfordert. Neue internationale Soldaten würden vermutlich vor allem die als viel zu klein geltende Trainingsmission der Nato für die afghanischen Streitkräfte aufstocken.

Beratungs- und Aufklärungsmission mit über 13.000 Soldaten

Für die Beratungs- und Ausbildungsmission ("Resolute Support") stellen die Alliierten und ihre Partner aktuell bis zu 13.500 Soldaten zur Verfügung. Deutschland beteiligte sich zuletzt mit rund 960 Bundeswehrsoldaten, das noch bis Ende des Jahres laufende Bundestagsmandat erlaubt bis zu 980. Die meisten verwalten das große Nato-Lager in Nordafghanistan. Andere arbeiten als Trainer und Berater der afghanischen Streitkräfte.

US-Medien zufolge erwägt die Regierung von Präsident Donald Trump, ihre Truppen im Land um bis zu 5000 Mann aufzustocken. Im Gegensatz zu den Nato-geführten Truppen leiten die US-Amerikaner auch bilateral Hilfe für die afghanische Regierung, etwa durch Luftangriffe.

(dpa/th)
 
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