Beziehung zum Dalai Lama in der Kritik: Eklat bei Rüttgers-Besuch in China
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 - 20:32Peking/Düsseldorf (RP). NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers, der sich zu einem mehrtägigen Besuch in China aufhält, ist von der Führung in Peking wegen der Haltung Deutschlands zum Dalai Lama kritisiert worden.
Die "Westfalenpost" spricht von einem Eklat. Demnach kam der stellvertretende Ministerpräsident der Volksrepublik China, Zhang Dejiang, auf das Thema selbst zu sprechen. In scharfer Form habe er den freundlichen Umgang in Deutschland mit dem Religionsoberhaupt der Tibeter attackiert.
Rüttgers hat den Dalai Lama mehrfach getroffen, zuletzt im Mai 2008 nach den März-Unruhen in Tibet. Nachdem damals kein Mitglied der Bundesregierung den Dalai Lama hatte empfangen wollen oder können, waren Rüttgers und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU) in Bochum mit ihm zusammengetroffen. Dabei bekräftigten sie, dass Deutschland die Anliegen der Tibeter unterstützen werde. "Das tibetische Volk braucht unsere Solidarität", so Rüttgers.
Der Dalai Lama bezeichnete es als Sinn seiner Europa-Reise, für menschliche Werte und religiöse Harmonie werben zu wollen. Es war sein erster Europa-Aufenthalt nach den Unruhen. Beim Treffen mit Rüttgers warf Zhang dem Dalai Lama jetzt erneut vor, die innere Sicherheit und die Identität Chinas zu gefährden. Rüttgers wies dies laut Zeitungsbericht zurück und bezog klare Position für die Rechte des tibetischen Religionsoberhaupts.
Rüttgers, der von einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet wird, will die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Über 2000 Unternehmen aus NRW haben bereits in China investiert. Im Energie- und Umweltbereich sieht der NRW-Regierungschef gute Kooperationsmöglichkeiten.
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