So kennt man ihn: Simbabwes Machthaber Robert Mugabe zeigte sich in Lissabon in Siegespose. Er regiert die einstige Kornkammer Afrikas seit 1980. Er galt zunächst als kluger Staatsmann, bevor er das Land herunterwirtschaftete und eine Hungersnot auslöste. Unter seiner Herrschaft wurden zahlreiche weiße Farmer ermordet.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm den EU-Afrika-Gipfel in Lissabon als Anlass, die Menschenrechtsverletzungen in dem zentral-afrikanischen Land Simbabwe zu kritisieren - und löste ein Welle der Empörung auf afrikanischer Seite aus.
Merkel sagte, Simbabwe sei ein Land, in dem wir "Zeuge schlechter Regierungsführung und Verletzung von Menschenrechten werden müssen". In Simbabwe enteignet der Staat gewaltsam weiße Bauern, um das Land der schwarzen Bevölkerung zu geben. Die Landform gilt als umstritten.
Mugabe wies in Lissabon die Kritik zurück. Er warf Europa vor, es wisse zu wenig über die tatsächliche Situation in Afrika und dürfe sich kein Urteil anmaßen.
Verärgert reagierte der senegalesische Präsident Wade auf Merkels Mugabe-Schelte: "Es ist nicht in Ordnung, ein Problem zwischen zwei Ländern zu einem Problem zwischen zwei Kontinenten zu machen", sagte er mit Blick auf Mugabes Enteignungspolitik weißer Bauern.
Zudem wollen mehrere afrikanische Staaten das Freihandelsabkommen mit der EU nicht unterzeichnen. Südafrikas Präsident kündigte seinen Widerstand an. Das Abkommen regelt die Zölle für Importe aus Afrika in die EU.
Auch Senegals Präsident Wade will dem Abkommen nicht beitreten. "Für uns ist es aus", sagte er im Namen mehrerer Kollegen. Ohne das Abkommen müssen erfolgreiche Staaten erhebliche Einbu´ßen befürchten, weil der Handel unterbrochen werden müsse, so die EU.