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Drei Attentäter ums Leben gekommen: Erneut Anschläge in Kairo

zuletzt aktualisiert: 30.04.2005 - 20:16

Kairo (rpo). Bei zwei Anschlägen in Kairo sind am Samstag die drei Attentäter ums Leben gekommen und mindestens neun Menschen verletzt worden, darunter vier ausländische Touristen. Auf der Flucht vor der Polizei sprang ein Mann mit einer Bombe nahe des Ägyptischen Museums von einer Brücke, keine zwei Stunden später beschossen seine Verlobte und seine Schwester einen Reisebus.

Auf einer islamistischen Website bekannte sich eine Gruppe namens Abdullah Assam Brigaden zu den Attentaten. Es handele sich um Racheaktionen für den Tod der Extremisten, die im letzten Oktober Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel verübt hätten. Erst am 7. April dieses Jahres riss ein Selbstmordattentäter auf einem Basar in Kairo zwei Franzosen und einen Amerikaner mit in den Tod.

Der Attentäter vom Samstag, dessen Name mit Ehab Jusri Jassin angegeben wurde, sei im Zusammenhang mit diesem Anschlag gesucht worden, erklärte das Innenministerium. Der Mann sprang nahe des Luxushotels Ramses Hilton am Ägyptischen Museum von einer Brücke und wurde bei der Explosion seines Sprengsatzes getötet, wie das Innenministerium mitteilte.

Gesundheitsminister Mohammed Awad Tag Eddin sagte, bei den Verletzten handele es sich um drei Ägypter, ein israelisches Paar im Alter von 55 Jahren sowie einen 28 Jahre alten Schweden und eine 26-jährige Italienerin, die nach Angaben des schwedischen Außenministeriums verlobt sind und in Kairo Urlaub machten. Ein Sprecher sagte, das Leben des im Gesicht verletzten Mannes sei nicht in Gefahr. Der Minister erklärte, die Opfer hätten nur leichte Verletzungen erlitten. Bei dem Sprengsatz habe es sich um eine einfach gebaute Nagelbombe gehandelt.

"Ich sah eine große Explosion, nachdem offenbar ein Mann eine Bombe von einer Brücke geworfen hatte", berichtete Augenzeuge Mohammed Hassan Mohammed. Schwer bewaffnete Polizisten riegelten den Schauplatz des Anschlags, eine Bushaltestelle rund 100 Meter hinter dem Ägyptischen Museum, ab und durchsuchten eine Gruppe von Jugendlichen, die sich zufällig dort aufhielten.

Keine zwei Stunden später eröffneten im alten koptischen Viertel im Süden Kairos zwei verschleierte Frauen das Feuer auf einen Reisebus. Nach Angaben des Innenministeriums folgten sie dem Bus mit ihrem Wagen und schossen drei Mal von hinten auf das Fahrzeug. Dann richteten sie die Waffen gegen sich selbst. Eine der jungen Frauen war sofort tot, die andere starb im Krankenhaus. Zwei Ägypter wurden verletzt.

Islamistischer Terror in den 90er Jahren

In den 90er Jahren verübten Islamisten in Ägypten mehrere Anschläge auf Touristen, um die wichtige Einnahmequelle des Landes auszutrocknen und die Regierung damit unter Druck zu setzen. Die Angst vor Auswirkungen auf den Tourismus treibt die Behörden auch heute um. Nach dem Anschlag Anfang April dieses Jahres versicherte die Regierung, es habe sich um das Werk einzelner Täter gehandelt.

Im Oktober letzten Jahres verübten Attentäter Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel. Dabei kamen 34 Menschen ums Leben, mehr als 100 erlitten Verletzungen. Ein Sprengsatz zerstörte einen Flügel des Taba-Hilton-Hotels. Die Polizei erklärte, der Drahtzieher sei ein Palästinenser. Unter den Toten waren 10 israelische Touristen.

Quelle: ap

 
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