Keine Verletzten in Nordafghanistan: Erneut Anschlag auf deutsche Soldaten
zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 17:48Potsdam/Kundus (RPO). In Nordafghanistan hat es erneut einen Anschlag auf deutsche Soldaten gegeben. Wie Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Dienstag bei seinem ersten offiziellen Besuch des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte, fuhr ein Transportpanzer der Bundeswehr vom Typ "Fuchs" in eine Sprengfalle. Deutsche Soldaten seien nicht verletzt worden.
Nach Angaben der Bundeswehr war die Patrouille gegen 15 Uhr deutscher Zeit rund zehn Kilometer westlich von Kundus in der Nähe des Polizeihauptquartiers im gefährlichen Distrikt Chahar Darreh unterwegs, als sie angegriffen wurde. Das betroffene Fahrzeug konnte aber aus eigener Kraft weiterfahren. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.
Guttenberg sagte, die Zahl der Anschläge am Hindukusch habe "exponentiell" zugenommen. Angesichts der im September geplanten Parlamentswahlen müsse damit gerechnet werden, dass die Zahl der Angriffe im Sommer weiter ansteige. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es wieder Verwundete und Gefallene geben werde.
Mit Blick auf die geplanten Reformen bei der Bundeswehr hob Guttenberg die Notwendigkeit einer "optimierten" und "optimalen Ausrüstung" hervor, die sich am Auftrag der Truppe, den Herausforderungen und den Bedrohungsszenarien ausrichte. Beim jetzigen Personalumfang der Streitkräfte könne dem "Ausrüstungsstau" kaum begegnet werden, fügte er hinzu.
Die diskutierte Variante, die Bundeswehr um 100 000 Personen zu verkleinern, sei nur eines von mehreren Szenarien, die derzeit durchgerechnet würden. Das gelte auch für die Aussetzung der Wehrpflicht. Künftig werde sich bei der Struktur der Bundeswehr aber manches anders und manches klüger als bisher darstellen, betonte er.
Der Minister will bis Anfang September sein Reformkonzept vorlegen. Nach Informationen der "Welt" erwägt die Bundeswehr aufgrund der Sparvorgaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auch eine Reduzierung der Streitkräfte von 250.000 auf 150.000 Soldaten.
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