"Angolagate": Erneute Vorwürfe gegen Chirac und Villepin
zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 17:52Paris (RPO). Nach dem Waffenschieberskandal "Angolagate" hat der frühere französische Innenminister Charles Pasqua erneut schwere Vorwürfe gegen die damalige Regierung erhoben, insbesondere gegen Altpräsident Jacques Chirac und den ehemaligen Regierungschef Dominique de Villepin. Chirac und Villepin sowie der frühere Verteidigungsminister Charles Millon hätten 1995 von den Waffenverkäufen nach Angola gewusst, sagte Pasqua am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Paris.
Der 82-jährige Senator war im Oktober wegen Bestechlichkeit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Chirac und Villepin haben beteuert, nichts von den Waffenschiebereien gewusst zu haben.
Pasqua wies zum wiederholten Male auf eine Geheimdienstnotiz von Dezember 1995 hin, die unter anderem dem französischen Generalstab, dem Kabinett, dem Verteidigungs- und Außenministerium sowie dem Afrikaberater des Elyséepalastes zugegangen war. "Die angolanische Regierung hat über einen nicht genehmigten französischen Mittelsmann großen Mengen Rüstungsgüter aus gewissen Oststaaten und Russland erhalten", hieß es in der Notiz, in der der franko-brasilianische Milliardär Pierre Falcone erwähnt wurde.
Falcone ist eine der beiden Schlüsselfiguren in dem Skandal, er wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Er beschaffte Angola zusammen mit seinem Partner Arcadi Gaydamak Waffen im Wert von 790 Millionen Dollar (526 Millionen Euro). Das afrikanische Land lag in den 90er Jahren im Bürgerkrieg, die Regierung bekam unter anderem 420 Panzer, zwölf Kampfhubschrauber und sechs Kriegsschiffe geliefert. Der Sohn des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand, Jean-Christophe, soll Angola den Kontakt zu den beiden Geschäftsleuten vermittelt haben; er wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
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