Nach Anschlag in Pakistan: Erste Verhöre nach Anschlag auf Bhutto
zuletzt aktualisiert: 20.10.2007 - 18:36Karachi (RPO). Zwei Tage nach dem Attentat auf die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto hat die Polizei drei Männer verhört. Sie seien in der südlichen Provinz Punjab aufgegriffen worden, die als Hochburg von Extremisten gilt, teilten die Ermittler am Samstag mit.
Es gebe einen Zusammenhang zu dem Fahrzeug, aus dem vermutlich einer der Attentäter eine Granate auf den Konvoi Bhuttos geschleudert hatte. Anschließend hatte ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz gezündet.
Die Regierung wies jede Mitschuld an dem Angriff zurück. Die Behörden hätten die größtmögliche Sicherheit gewährleistet, sagte der stellvertretende Informationsminister Tariq Azim. Im Eifer des Gefechts seien nach dem Attentat Aussagen gemacht worden, die wohl nicht wiederholt würden, wenn sie die Gemüter beruhigt hätten.
"Es wurden Namen erwähnt und Anspielungen gemacht, ohne einen triftigen Grund oder einen Beweis anzuführen, und das ist unfair", sagte Azim. Er bezog sich auf Äußerungen aus Bhuttos Umfeld, wonach der pakistanische Geheimdienst oder Regierungskreise in den Anschlag verwickelt gewesen sein könnten. Bhutto selbst äußerte den Verdacht, dass die Attentäter Helfer im Behördenapparat hatten. "Bestimmte Personen" hätten "ihre Macht missbraucht".
In Karachi wurden bei einer Schießerei am Samstag 14 Menschen getötet. Anhänger Bhuttos seien mit politischen Gegnern aneinandergeraten, teilte die Polizei mit. In anderen Stadtteilen setzten Bhutto-Anhänger Reifen in Brand und warfen mit Steinen.
Die frühere Ministerpräsidentin traf unterdessen mit Mitgliedern ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) zusammen. Nach Angaben eines Sprechers sollte dabei über den künftigen Wahlkampf beraten werden. Bhutto will bei der Parlamentswahl im Januar als Spitzenkandidatin der PPP antreten.
Sie war am Donnerstag nach acht Jahren im Exil nach Pakistan zurückgekehrt. Nur wenige Stunden später endeten die Jubelfeiern ihrer Anhänger in einem Blutbad: Bei dem Selbstmordanschlag in Karachi kamen in der Nacht zum Freitag mindestens 136 Menschen ums Leben, etwa 250 weitere wurden verletzt. Die Polizei machte islamische Extremisten für die Tat verantwortlich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum