Kommando-Übergabe: Erster bewaffneter Einsatz für deutsche Marine im Nahen Osten
zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 05:51Beirut (rpo). Die deutsche Marine hat das Kommando über die Unifil-Flotte vor der libanesischen Küste übernommen. Die Kriegsschiffe sollen den Waffenschmuggel an die schiitische Hisbollah-Miliz verhindern, notfalls mit Waffengewalt. Im Hafen von Beirut übergaben die Italiner am Sonntag den Deutschen das Kommando.
Flottillenadmiral Andreas Krause sagte bei dem Appell, die Aufgabe bestehe darin, im Rahmen der UN-Resolution 1701 die libanesische Regierung zu unterstützen und die Seegrenze gegen den illegalen Zustrom von Waffen zu sichern. Für die Übergabe des Kommandos hatte die deutsche Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" unter Kommandant Ulrich Reinecke 500 Meter neben der "Garibaldi" im Beiruter Hafen festgemacht, während die übrigen Schiffe und Boote des Verbandes aus Sicherheitsgründen vor der Küste kreuzten.
An der Zeremonie nahm auch der Kommandeur der UN-Friedensmission für den Libanon (UNIFIL) teil, der französische General Alain Pellegrini. Krause übernahm das Kommando vom italienischen Konteradmiral Giuseppe de Giorgi.
Die "Mecklenburg-Vorpommern" ist das Flaggschiff des gesamten Verbandes und damit Krauses Kommandostand. Insgesamt werden bis zu 2.400 deutsche Soldaten, darunter 1.500 Marinesoldaten, an dem Einsatz teilnehmen. Der UNIFIL-Einsatz ist zunächst bis 31. August 2007 befristet. Mit der Übergabe des Kommandos wurde der Verband formell der UNIFIL-Mission unterstellt.
Italienische Kriegsschiffe hatten zusammen mit französischen Einheiten die Zeit zwischen dem Abzug der israelischen Einheiten und dem Eintreffen des Flottenverbandes überbrückt. Der aus zwei Fregatten, zwei Versorgern und vier Schnellbooten bestehende deutsche Teil des Verbandes war am 4. Oktober zusammen mit zwei dänischen Schnellbooten nach 13-tägiger Fahrt in Zypern eingetroffen. Der dortige Hafen Limassol, rund 250 Kilometer von der libanesischen Küste entfernt, soll dem Verband auch weiter als logistische Basis dienen.
Wann der Verband seine endgültige Stärke erreicht, war auch am Sonntag unklar. Schiffe und Boote angeboten haben unter anderen die Niederlande, Norwegen, Bulgarien, Griechenland und die Türkei.
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